Band 
I. Band.
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IVo'hnplätzen der:%wo Haupt claffcn des Volks .entstehen. 57

Der Glanz des Fürsten verdunkelte bald jeneStralen, die sie auf ihren adelichenSitzen um sich her warfen. Nunmehr war keiner dem andern ein Gegenstandder Scheelsucht, wol aber der Nacheiferung. Sie machten Bekanntschaft miteinander, sie gewannen einen Geschmack am Hofleben, und jeder setzte sichvor, ein Haus in der Hauptstadt zu bekommen. Eine Veränderung der Woh-nung wirkte eine Veränderung der Umstände, sowol in der Stadt, als auf demLande. Was die Stadt betrifft, so bekam sie einen Zuwachs von Einwohnern,weil die grossen Herren, und die, welche ihrem Beispiel folgen, daselbst ihreWohnung aufschlugen; dadurch vermehrte sich die Nachfrage nach jeder Artvon Lebensrnitteln und sinnreicher Arbeit; und diese Nachfrage zog in Ge-schwindigkeit noch mehrere Leute in die Stadt, um allda zu wohnen. Jederbestrebte sich, es dem andern an Pracht derPalläste, der Kleidung, der Equi-page , zuvorzuthun. Es kamen andre Moden auf, welche wechselweise denverschiedenen Zweigen der Industrie ein neues Leben gaben. Wo kam dennso plötzlich eine so grosse Anzahl Einwohner her? Wer damals die wüsten ver-lassenen Adelsitze besehauet hätte, der würde freilich von den guten alten Leu-ten lauter Weinen, Seufzen und Wehklagen über den Verfall der Zeiten undder hochadclichcn Schlösser haben anhören müssen; indessen halten sich diejungen Junkers mit ihrem Anhang alle in die Stadt begeben; und also betrafdie Veränderung eigentlich nur die Jugend.

Jede plötzliche Revolution zieht, von einer gewissen Seite betrachtet,grosse Unbequemlichkeiten nach sich. Viele von den zahlreichen Aufwärtern,womit vorher der grosse Lord, wo er gieng und stund, ohne Nutzen umringtwar, und wovon es in jedem Hause desselben wimmelte, mussten nunmehrbeinahe verhungern. Er war bey Hofe, und ihn durstete nach Geld; einemDinge, dessen er selten benöthigt zu seyn gewohnt gewesen war, ausser nur,um es in seinen Kasten zu versehliessen. Damit er dies Geld bekommen möch-te, verfiel er auf das Mittel, einen Theil der personellen Dienste seiner Le-henträger in baares Geld zu verwandeln: dadurch verlor er aber seine Autori-tät. Hierauf sah er sich nach einem Pachter um (der keine eigene Landwirth-schaft trieb); diesen setzte er auf ein Landgut, dessen Früchte er vorher mitseinen Leuten selbst verzehrt hatte. Der neue Entrepreneur fieng an, dieüberflüssigen und müssigen Esser abzudanken. Es erfolgten noch immer grös-sere Klagen. Endlich gerietst ein Theil des in der Stadt verzehrten Geldes in

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