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I. Band.
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112 XVI. Capitel. Warum einige Lander volkreicher

der Ackerbau längst in Aufnahme gewesen ist; und ich vermuthe, daß zu derZeit, als die dortigen Felder zuerst urbar gemacht und angebauet wurden, dieWohnungen der Landleute ganz dichte daran haben liegen müssen.

Das Zusammenziehen der Einwohner an Einen Ort mußte einen ver-wüsteten Zustand mancher Landgüter nach sich ziehen; und dieses ist (imVorbeigehen zu sagen) eine der Ursachen, warum man den Franzosen vor-wirft, ihr Land sey von Einwohnern entblöst, weil nämlich an verfchiedncnPlätzen auf dem Lande baufällige Häuser angetroffen werden, welches aberoft mehr einen verbesserten Zustand der Ländereyen, als ihren Verfall, anzei-gen kann. Paris hat an Grösse beträchtlich zugenommen; und die natürlicheFolge hievon ist gewesen, dass das Land rings umher von muffigen Essernbefreyt worden ist. Macht dieses den Arbeitslohn auf dem Lande theuer, soleidet dadurch nur die Stadt; der Landmann muß gewiß dabey gewinnen.Dies sey genug gesagt von zwo Arten der Bevölkerung in zwey der volkreich-sten Länder Europens. Ich komme nun auf eine dritte Art, die in einem derschlechtesten Länder Statt findet.

Man sieht in einigen Ländern jeden Meyerhof mit kleinen Hütten um-geben, worin allerhand Leute wohnen, von denen man glaubt, daß ihreDienste dem Pachter erfprieslich sind. Diese Leute sind eine Art Köthner,und werden in Schottland Cotters oder Cottagers genannt, weil sie in Hüttenwohnen. Politiseh betrachtet, sind sie als solche Einwohner anzusehen, diedem Ackerbau zugeeignet sind, wie wol nur in einem gewissen Verstände,nämlich was das Einsammeln der Früchte betrifft: zur Bestellung der Felderaber werden sie nicht gebraucht. Ich führe dieses Exempel darum an, undwerde mich ein wenig dabey verweilen, weil selbiges, nach meiner Meinung,die Gestalt, welche Europa vor 400 Jahren hatte, ungefähr abbildet.

Der Schottische Pachter muß Leute an der Hand haben, die ihm seineauf einer weitläufigen Strecke Landes kärglich hervorgekommenen Früchteeinsammeln helfen. Ich will setzen, er habe sechs Köthner. Aber diese Köth-ner müssen Weiber haben, und diese Weiber werden Kinder bekommen;diese Familien müssen ernährt seyn, ehe der Pachter dem Gutsherrn den Pacht-zins abtragen kann« Nie kommt es dem Köthner in Sinn, dass feine Kindermit ihrer Arbeit Geld verdienen könnten ; nie hält der Pachter für möglich,seinen Pachtzins bezahlen zu können, wenn er seine Köthner nicht zu Hülfe

nähme