VII, Capitel. Von der doppelten Concurrenz. 21 ^
weise von einer Seite zur andern schwankt. Dieses ists, was die Preise auf denadäquaten Werth der Waare einschränkt.
Ich bekenne frey, daß hier eine Armut unsrer Sprache mich in Verle-genheit setzt, wie ich meine Ideen richtig ausdrücken möge. Um dieser Ur-sache willen bringe ich so viele Exempel bey, um dem Leser gewisse Combi-nationen mitzutheilen, die er vielleicht sonst nicht auseinanderw irren könnte.
Die Hauptschwierigkeit ist, die Grundsätze der Nachfrage und der Con-currenz deutlich voneinander zu unterscheiden. Hier sind also die vornehm-sten Unterscheidungszeichen zwischen beiden, in Rücksicht auf die Wirkun-gen, die sie, auf verschiedene Art, in dem kaufmännischen Contracte überKauf und Verkauf (welches ich hier ganz kurz mit dem Worte Contratt aus-drücke) hervorbringen.
Die einfache Nachfrage ist das, was die Quantität einer Waare zu Marktebringt. Viele fragen nach Waaren, und kaufen sie nicht: Viele bieten Waa-ren aus, und verkaufen sie nicht. Diese Nachfrage heißt groß oder gering;wir sagen von ihr, sie nehme zu, sie mehre fich , sie laufe hoch auf (sivell), an-drer synonymischen Redensarten zu geschweigen, die eine Vermehrung oderVerminderung der Quantität anzeigen. Bey dieser Art Nachfrage verlangenzwo Personen niemals ebendasselbe Ding , sondern nur einen Theil von ei-nerley Ding,' oder Dinge, die einander völlig gleich sind.
Die zusammengesetzte Nachfrage ist der Grund des Steigens der Preise;und nie kann sie Schuld am Fallen der Preise seyn, weil in diesem Falle mehrals Einer ebendasselbe Ding verlangt. Diese Nachfrage bezieht sich blos aufdie Käufer, in Ansehung des Preises, den sie bieten. Sie heisst ZiorZ» oderniedrig, und wir sagen von ihr, sie feige, sie falle, sie bele fch , sie ßnke tund was dergleichen Ausdrücke mehr sind.
Die einfache Concurrenz, wenn sie sich zwischen Käufern äussert, ist ebendas, was die zusammengesetzte oder die hohe Nachfrage ist: doch ist zwischenbeiden insofern ein Unterschied, daß die einfache Concurrenz auch ebenso-wol unter Verkäufern Statt finden kann, die zusammengesetzte Nachfrage hin-gegen nicht. Erstere thut daher alsdann eine gegenseitige Wirkung; siemacht die Preise sinken, und ist einerley mit der niedrigen Nachfrage. DieseConcurrenz ist es, was die Balanz zwischen verfertigter Arbeit und Nachfrageübern Haufen wirft. Hievon ein Mehreres in der Folge.
Die