einer aus wärtigen Handlung. 3 O 3
fährt in seinem Wagen mit Springfedern, und ruht nach dieser Strapaze aufeinem weichen Canapee aus. Alles dieses kommt vorn überflüssigen Reichtumund vorn Geschmacke an der Nachahmung her: nicht vorn Geschmake amLuxus, noch von den wirklichen Reizen der Bequemlichkeit. Dieses wird je-der merken, der jemals mit Grossen und Reichen umgegangen ist. Nichtsanders, als der eingeführte Weltbrauch (hierunter versteh ich die Nachah-mung) verführt die mehresten Leute zu überflüssigen Ausgaben, die abernichts weniger als ein Artikel des Luxus sind, vielmehr dem, der diesen Gebrauchmitmachen muß, öfters zur größten Last gereichen. Der Staatsmann aberhat es in seiner Macht, alle dergleichen Zweige der Ausgaben abzuschneiden,wenn er sich durch sein und seiner Günstlinge und Diener Beispiel über dieCaprice des sogenannten Weltbrauchs hinaussetzt.
Selbst der Menschen Leichtsinn und ihre Liebe zur Veränderung wirdseine Absichten befördern helfen. Auf eine Generation von Verschwendernfolgt zuweilen eine Generation von lauter guten Wirthfehaftern; und wir se-hen in unsern Tagen, daß fast durch ganz Europa, statt des vormals gewöhn-lichen Saufens, ein System der Nüchternheit Platz ergriffen hat. Im Saufenund einer Menge unnützer Bedienten bestand der Luxus voriger Zeiten.
‘ Von allen dergleichen Revolutionen kann ein geschickter Staatsmannprofitiren, als welcher, auf einer Seite, für seine eigene Person ein gutes Ex-empel geben muß, während daß er, auf der andern Seite, aus jeder Verän-derung des Geschmacks Vortheil zieht, um die auswärtige Handlung seinerUnterthanen wiederherzustellen. Ein Beispiel der Sparsamkeit auf Seiten desHaupts eines schwelgerischen Volks würde überaus nachtheilig seyn, wenn dieAbsicht auf nichts weiter gienge, als die moralischen Gesinnungen der Reicheuzu verbessern, und die Armen nicht zugleich wegen der verwirrten Consum-tion schadlos gehalten werden.
Sobald also der Luxus anfängt, die Flügel hängen zu lassen, so muss un-verzüglich ein Auslaßthor für die verfertigte*Arbeit derer, die sonstitztmüssiggehen müßten , und solchergestalt in die äusserste Noth gerathen, eröffnetwerden.
Dies ist nichts anders, als der umgekehrte Grundsatz, den ich im iftenCapitel dieses Buchs dargelegt habe. Dort sagte ich, wenn die auswärtigeNachfrage anfange abzunehmen, so müsse man den einheimischen Luxus zu
vergrös-