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fen wird, sie in sein Interesse zu ziehen, damit er desto leichter den Geist derUnruhe dämpfen könne, der bey einem Theil des Volks, der sich in seinenerworbenen Reichtum nicht zu schicken weis, aus Uebermuth, bey einemandern aus Verzweiflung, aufsteigen kann.
Solang in Europa wenig Geld circulirte, und wenig Taxen waren, brachtedas Hofleben, und die Ehre, immer um des Königs Person zu seyn, wenigVortheil ein. Die Könige waren mehr ihren Feinden fürchterlich, als ihrenFreunden einträglich. Die Grossen des Staats lebten von den Einkünften ihrerLändereyen, und ihre Grösse glich des Fürsten seiner; sie bestand in der An-zahl und Dependenz ihrer Vasallen, die eben so wenig Nutzen von ihremHerrn zogen, als dieser vorn Könige. Die Armen zur selbigen Zeit wurden,wenn sie noch ein bischen Geld hatten, von den Großen ausgeplündert. Itzthat sich das Blatt umgewandt; den Reichen werden von einer Menge Armen,die sich ihnen von allen Seiten zudrängen, und das billige Aequivalent für ihreIndustrie verlangen, die grössten Summen abgelockt.
Wenn alle Großen des Staats ihre Cour beim Fürsten machen, sich umfeine Gunst bewerben, und in Ansehung ihrer Würden und Ehrenzeichen vonihm dependent sind: so kann der Fürst daraus abnehmen, wie sehr sich der lan-desherrliche Zustand verändert habe, seitdem der Luxus und eine geschwin-dere Geldcirculation in Gang gekommen sind. Diese Revolution ist nichtplötzlich entstanden, sie ist das Werk einiger Jahrhunderte gewesen; und michdünkt, wir könnten diese Periode in drey verschiedene Absätze theilen.
Den ersten setze ich in die Zeit, da bey den Regierungen das Feudalsystemherrschte. Damals mußte der König, wenn er Krieg führen wollte, die großenBarons zu Rathe ziehen, und um ihren Beitritt dazu ersuchen, weil eigentlichsie die Kosten zum Kriege hergeben mußten, und am meisten dabey zu ver-lieren hatten. Einige nennen diese Zeiten die Tage der Freiheit, weil damals,fast in ganz Europa, die Lnndstände in ihrer größten Herrlichkeit waren. Undin der That, selbige Zeiten verdienen diesen schönen Namen, wenn wir blosauf den Zustand der Großen zurücksehen.
Gar selten fielen damals Unruhen und Friedensstörungen im Staate vor;selten erhoben sich bürgerliche Kriege gegen den König, ausser wenn solchevon den Grossen des Reichs waren angesponnen und unterstützt worden, alswelche, entweder aus Eifer für ihre eigene Gerechtsame, oder aus Ehrsucht,
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