find der größten Aufmerksamkeit eines Staatsmanns würdig . 411
auf was für andre Mittelwege sollte wol ein Staatsmann verfallen können, umden nämlichen Endzweck dennoch zu erreichen?
Er kann auf nichts anders verfallen, als auf die Ausdehnung der Artenvon Unterpfändern, und daß er anstatt der beweglichen, auch unbewegliche,als Ländereyen, Häuser See. einführe. Der Montc Pieta (Lombard oder Lei-hebank) zu Rom, gibt Papiergeld aus für jede bewegliche Sicherheit, die da-gegen deponirt wird. Der Staatsmann hat also nichts anders zu thun, als,ohne Erzwingung einiger Zinsen, diese Einrichtung nachzuahmen, nur mitdem Unterschied, dass anstatt der beweglichen, die unbeweglichen Güter derLandeseinwohner , als eine vorzüglich-sichere Hypothek, angenommenwerden. Dieses papierne Geld muß seinen Werth so lange behalten, als dieLändereyen exisliren 5 weil ich eine solche Einrichtung supponire, wodurch,vermöge der entgegen genommenen Papiere, ein unstreitiges Recht an denversetzten Ländereyen erworben wird.
Der Vortheil eines solchen Etablissements wird darin bestehen, daß davorher niemand vermögend war, sich von den Werken der Industrie das ge-ringste anzuschaffen, ohne von der roulirenden Million Goldstücke ein Theil-ehen vor sich gebracht und in Händen zu haben, ein jeder nun in den Standgeräth, seiner Neigung zum Aufwande genug zuthun, indem er nach Beliebenso viel papiernes Geld aufbringen mag, als seine Güter werth sind, folglichdiejenigen Dinge, nach deren Besitz und Genuß er sich sehnet, sogleich be-zahlen kann.
Nun räume ich ein, dass diese papierne Münzen mit dem Laufe derZeit und dem zunehmenden Geschmack amDepensiren, bis zum Werthe vons Millionen Goldstücken heranwachsen können: dann frage ich aber, ob derwahre Werth dieses Papiers aus der Ursache etwas verliere, weil er alles imLande vorhandene Gold und Silber bey weitem übersteigt, und folglich aufeinmal mit baarem Gelde nicht liquidirt werden kann? Und diese Frage beant-worte ich mit Nein; weil die papierne Münze ihren innern Werth nicht vondem Metall erhält, das sie vorstellet, sondern von den Ländereyen, wozusie ein Recht gibt.
Ich frage weiter, ob das Land, worin dergleichen Münzen gäng undgäbe sind, dadurch reicher geworden sey ? und antworte nochmals mit Nein;weil, wenn der innere Werth der Landgüter, wofern sie zum Verkauf ausge-
Fffa stellt