4.26 XXVIII. Cap. Von der Circulation in Ansehung
Zeiten einfallen, und keine andre als' solche Personen, deren Mittel nicht hin-reichen, jenen regulairen Preis zu zahlen, können Gefahr laufen, zu hungern.
Solchergestalt werden dieVermögensumstände derjenigen, deren Erwerbsich nur auf das physisch-Benöthigte einschränkt, in Ländern, wo Industrieund Gewerbe ist, den ordentlichen Preis der Subsistenzmittel bestimmen; undder Werth in Gelde, den sie für ihre Arbeit empfangen, wird den Fus oder dasMaaß ihrer VermÖgensumstände bestimmen. Folglich muss der Preis derSubsistenzmittel steigen oder fallen, je nachdem die Anzahl der Arbeiter, unddie Begehrlichkeit ihrer Arbeit, stärker oder schwächer ist; das ist, der Preisder Subsistenzmittel muß in obenvähntem zusammengesetzten Verhältnis stehn.
Hier leitet mich meine Materie abermals auf eine Untersuchung derMeinung der Herren von Montesquieu und Hume , welche dafür halten, daßder Preis einer jeden Sache von der Quantität des haaren Geldes im Lande ab-hänge , als wodurch jedes verkäufliche Ding vorgestellt werde; gleich als obdiese zwo Quantitäten, Waaren und haares Geld , in partes aliquotas, die sichin der richtigsten Proportion gegeneinander verhielten, getheilt wären.
„Die geprägte und gangbare Münze eines Landes,“ sagt Herr Hume,„sinddas Repraesentativum aller seiner Waaren und Arbeiten, dergestalt, daß„nach dem Verhältnis, als sich in einem Lande weniger oder mehr von diesem„Repraesentativo findet, weniger oder mehr von dem Repraesentato, das ist, von„Gütern, Waaren, oder Arbeiten, zu erlangen seyn wird.“
Ich kann einem solchen Repraesentativo meinen Beifall nicht gönnen; undich befürchte, daß es uns auf Irrtümer verleiten möchte. Ein gehörigesAequivalent, das den Arbeiten und Manufacturwaaren angemessen ist, magzwar in gewissem Verstände ein Repraesentativum genannt werden: allein, wo-her erscheinet die Nothwendigkeit, daß dieses Aequivalent eben in gemünz-tem Gelde bestehen müsse? Sind nicht Essen und Trinken und Kleidung eingutes Aequivalent für persönliche Dienste? Ist nicht eine freye Wohnung undein Stück Feld ein gutes Aequivalent für alle Handarbeiten, die ein Weberauf dem Lande seiner Grundherrschaft prästiren kann ? Wenn gleich kein Pfen-nig in einem Lande zu sehen wäre, würde daraus folgen, daß kein Umsatzvon Waaren, keine Vergeltung der Arbeiten möglich sey, und daß man ineinem solchen Lande alles würde umsonst haben können?
Das