über Handlung und Industrie. 4.^9
schmack am Luxus, indem er das Geld desto schneller in die Hände der zahl-reichsten Volksclassen befördert hätte, mit der Zeit die Wirkung hervorge-bracht haben, die Anzahl der Indüstriöfen, durch Entvölkerung des plattenLandes, zu vermehren, folglich die Nachfrage nach verkäuflichen Subsistenz-mitteln zu verstärken, folglich den Preis derselben zu erhöhen. Und auf derandern Seite würde die angemessene Proportion zwischen geleisteten Diensten,und den Belohnungen, die das Publicum dafür gab, den andern Circulati-onszweig, der jene ungeheure Glücksgüter erzeugte, ich meyne Raub undBestechung, gesehwächet haben; und da dielndüstrie eine ordentliche Auf-munterung erhalten hätte, lb würde jeder Artikel einer ausserordentlicheriNachfrage nach köstlichen Gerichten, Vögeln, Fischen, Früchten &c. inhinlänglichem Vorrath geliefert worden, und folglich im Preise gefallenseyn. Aber in den Zeiten, wo entweder Despotismus oder Sclaverey das Erb-thcil eines jeden war, der auf die Welt kam, dürfen wir uns keine Rechnungmachen, ebendieselben Grundsätze wirken zu sehen, die in den Zeitaltern wirk-ten, wo Monarch und Bauer auf gleiche Weise frey geboren waren, den voaihren Voreltern ihnen hinterlassenen Vorrath zu gemessen.
Ich komme nun näher zur Sache, und will einen sehr merkwürdigen Un-terschied untersuchen, der sich zwischen der praktischen Oekonomie vor ei-nigen hundert Jahren, und der Oekonomie gegenwärtiger Zeiten in Ansehungder Methode, Leute und Geld aufzubringen, zeiget.
Diese Veränderung ist eine Folge der Handlung und Industrie; und dabereits die Bahn von mir eröffnet worden ist, andre Materien in diesemBuche mit einzuführen, die ihre Existenz gleichfalls jenen zwey Dingen zu dan-ken haben: so wird es nicht undienlich seyn, in diesem letzten Capitel die na-türlichen Ursachen einer solchen Veränderung in der neuern Oekonomie dar-zulegen. Wenn man blos Wirkungen betrachtet, ohne die Ursachen zu er-gründen, die sie hervorbringen, so schilt man gemeiniglich auf eine unbe-sonnene Weise auf das Glück, oder man verfällt auf eine thörichte Bewunde-rung desselben. Erst alsdann, wenn wir den natürlichen Ursachen nachgespürthaben, gerathen wir auf das rechte Mittel, von der Natur eines jeden Mis-brauchs und eines jeden Vortheils ein gründliches Urtheil zu fällen.
Der allgemeine Geschmack, zur Ausbreitung der Industrie etwas beyzu-tragen , nicht aber die Entdeckung von America, ist das, was eine so gewal-
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