des zweiten Buchs .
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Die allgemeine Gemüthsart und Gesinnung der Einwohner jedes Lan-des in Absicht auf das Geld lasst sich, meines Erachtcns, auf die eine oderandre von diesen drey Modificationen bringen. Es kommt nur auf einenStaatsmann an, der die Denkungsart (eines Volks so zu lenken weis, dass er,durch unmcrkliche Stuften, den Geschmack, den es an Ausgaben findet,modcllire, und ihn in eine Harmonie mit demjenigen Grundsatz bringe, deram meisten zur Wohlfahrt des Landes gereicht. Wenn Privatpersonen nochsoviel Geld hegen, so wird der Staat schwerlich jemals einen Vortheil davongemessen: wenn aber der Staat viel Geld in seiner Schatzkammer hat, sobringt es ganz andre Folgen, wie wir sogleich sehen werden. Wenn dasGeld gebraucht wird, um mehr damit zu gewinnen, so kann es seinem Be-sitzer weder Macht, noch Ansehen verschaffen; wenn es aber, wie im andernFalle, zur Befriedigung der Begierden angewandt wird, so erwirbt es seinemBesitzer, wofern er ehrsüchtig ist, Macht und Ansehen % und kann ihm aufdie Gemüther des Volks beinahe eben den Einfluss verschaffen, den eigent-lich nur das Haupt des Staats haben muß. Eben dieses ist die Mutter desAufruhrs, und die Wurzel, aus welcher alle schädliche Parteyen hervorwach-sen. Auf solche Art trägt sichs zu, dass Regierungen (sie mögen gut oderschlecht seyn) in Anarchien verwandelt werden. Privatreichtum war das Ver-derben und zuletzt der Untergang der vortrefflichen römischen Republik: unddurch Privatreichtum allein erhob sich die Freiheit von Holland auf den Rui-nen der spanischen Tyranney. Sobald demnach die Einwohner eines Landesanfingen, ihren Reichtum zu gebrauchen, um ihren Neigungen zu willfah-ren , so sollte zu gleicher Zeit der Staatsmann anfangen, sich selbst reich zumachen, damit er diejenige Superiorität behaupten könne, die ihm, als demHaupte, das den ganzen Staatscörper beleben muss, so wesentlich-nöthig ist.Kann er es nicht so weit bringen, so wird die Macht, die er hatte, bald ver-schwinden, und die Regierung wird eine andre Gestalt annehmen.
Ein Staatsmann erlangt Reichtum, wenn er seinem Volke Taxen aus-legt. Raub ist die Taxe des Despoten. Monarchen legen Kopfgelder, Län-dereytaxen und andre Abgaben, die auf Personen gehen, auf: eingeschränkteRegierungen belegen gewisse Consumtionswaaren mit einer Accile. Die er-stere Methode schlägt alles nieder; die zweite macht sich über den anwach-senden Reichtum her; die dritte beschleunigt seine Zerstreuung. Ich schliesse
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