Band 
I. Band.
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des zweiten Buchs,

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Auf der andern Seite aber kann man die Reichen einer verschwenderi-schen Nation mit einem verschwenderischen Privatmanne vergleichen, dereine Menge Geld haben kann, das er von allen Orten her, auf den Credit ei-nes starken Fonds an liegenden Gründen, geborgt hat.

Die z te Frage betrifft die Wirkungen des Reichtums in solchen Ländern,wo man wenig von Handlung und Industrie weis. Bey solchen Umständenmuss das Geld eingeschlossen werden: oder die Tugend muss zu Grund gehn.Warum? Weil, wenn in einem Lande, wo keine Industrie ist, Geld circu-lirt, die Einwohner kein adäquates Aequivalent an verfertigter Arbeit oder anDienstleistungen dafür bekommen; das ist, das Geld circulirt nur zur Will-fahrung der Leidenschaften, oder in einer ungeheuren Verschwendung. DiaErfahrung hat bewiesen, dass dieser Grundsatz richtig ist. Solange die grie-chischen Monarchen von Asien und Aegypten im Besitz ihrer unsäglichenSchätze blieben, so erhielt sich die Tugend und Einfalt der Sitten unversehrt:als aber jene Reichtümer unter den ersten römischen Kaisern in Circulation ka-men, so Iah man erschreckliche Folgen davon. Was hätte wol sonst jeneUngeheuer hervorbringen kennen, als ein Geschmack an der Verschwendung,wobey es ihnen an vernünftigen Gegenständen fehlte, sich ihres Reichtumszu entladen? Wenn alles Geld in der ganzen Welt in die Hände eines aus-schweifenden Fürsten unsrer Zeit käme, so würde es keinen Einfluss auf seinemoralische Seite haben; der Geschmack am Luxus würde ihn bald davon ent-ledigen; und die Folge wäre, dass diejenigen reich würden, die seinen Be-gierden willfahret haben, und dies beinahe nach dem Verhältnis ihrer ihmgeleisteten Dienste. Aber in den alten Zeiten hemmte die Gewaltthätigkeitder Regierung dieProgreffen der Indüstrie; und die Folge davon war, dass diewenigen Producten derselben zuunmäffig-hohen Preisen verkauft wurden; undder Reichtum, den Privatleute gesammelt hatten, zog ihnen gemeiniglichihr Verderben zu, weil Raub das einzige Mittel war, welches die Fürsten kann-ten, um ihre Schatzkammer anzufüllen.

Wenn ich die alte Staatswirthschaft mit unsrer neuern vergleiche, sofinde ich beide merkwürdig und unterhaltend. Ein Contrast bringt uns öftersauf Reflexionen über Umstände, die wir sonst nie würden bemerkt haben.

Bey der 4ten und ften Frage appücireich unsre Grundsätze, um zu ent-decken, warum die Einführung der Handlung und Industrie natürlicherweise

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