AngolaGeld .
554 J. Capitel, Von Rechnungsmünzen .
Bancogelde werth, je nachdem die Proportion zwischen Gold und Silber,woraus sie gemacht sind, sich verändert.
Keine Verfälschungen in Ansehung des Gewichts, oder der Feine, oderder Benennungen der Münzen haben den mindesten Einfluss auf das Banco-geld. Die Courantmünzen, welche bey der Banco als eine Waare betrachtetwerden, sind, so wie alle andre Dinge, entweder mehr, oder weniger, anBancogelde werth, nach Maasgabe des wirklichen Werths der Metalle, wor-aus sie gemacht sind. Alles ist Waare , wenn man es gegen diesen Fus ab-mißt; folglich kann nichts bester, als derselbe, die Stelle eines gemeinenMaaßes vertreten.
Das zweite Beispiel findet man unter den Wilden auf der africanilchenKüste von Angola, welche gar keine reelle Münze kennen. Die Einwohnerdaselbst rechnen nach Macoutes, welche an einigen Orten in Zehntheilchen, diesie Stücke nennen, eingetheilt werden. Ein Macoute ist gleich zehn Stücken.Dieses ist gerade ein Maasstab von gleichen Theilen, wornach sie ihre ge-wöhnlichen Barattirungen schätzen. Wenn z. E. ein Schaf 10 Stück werth ist,so kann ein Ochs 40 Stücke, und eine Handvoll Goldstaub 1000 Stück werthseyn.
Demnach kann keine einzige materielle Substanz die Stelle einer Rech-nungsmünze vertreten, weil jener ihr Werth in Ansehung andrer Dinge ver-änderlich ist. Die Handlungsoperationen, und die Wirkungen einer allge-meinen Circulation des Werths auf die commercirende Welt, können alleinden unbeständigen Werth aller Arten der Waaren diesem unveränderlichenFusse anpassen. Einen solchen Fus stellt das Amsterdamer Bancogeld vor,welches zu allen Zeiten in einem bestimmten Gewichte Silbers und Goldes aufsgenaueste fpecificirt werden kann, aber sich eben so wenig, als eine TonneHeringe, auf ebendasselbe genaue Gewicht vier und zwanzig Stunden lang re-duciren läßt.
II, Ca-