Band 
I. Band.
JPEG-Download
 

Folgende Nachricht

ist von einem unbekannten Verfasser uns zugeschickt worden , um siedem ersten Theile dieses Steuartischen Werkes beizufügen.

Je mehr ein Denkender die beiden berühmtesten Inschriften des ganzen Al-terthums, die über dem Eingang des Tempels der Weisheit zu Delphi stehen,

IVa’S't ffixvjov,

und die Erklärung dieses vor dem Tempel Apolls zu Delos,

KrA ~jo 6ixxio : x]oy, kasov $' vyicciveiv ,n c.vjctiv i'rjit<sw, fc ipx, 'Jo

betrachtet, um desto mehr dürfte er sich mit dem ganzen Alterthum über-zeugen , dass in jeder dieser beiden Inschriften eine wahre Sach-Erklärungder Tugend und Weisheit verborgen liege. Denn wenn wir uns bemühen,uns selbst zu erkennen, sc> fällt es uns sogleich ins Auge, dass das erste,was uns zu handeln bestimmet, (das ist, das Bestimmende der Handlungen,oder der Bestimmungsgrund) das Angenehme in aller Art sey, und daß unterdem Angenehmen ein jeder das am meisten zu erhalten seichet, was er unterallen am meisten zu erhalten liebet; daß der Begriff des Angenehmen uns zudem Begriff der Schönheit, und was in Ansehung unserer das Schönste sey,führe, und daß der Bestimmungsorund in der Vorstellung des Angenehmender Begriff der Schönheit und unseres Scnönsten sey, und daß der Begriffdes Schönsten und unsers Schönsten uns zu dem Begriff der Gerechtigkeit,und zu dem, was in Ansehung unseer das Gerechteste sey, dergestalt leite,daß hieraus, auf gleiche Art, der Begriff der Gesundheit entstehet, so daßder Begriff der Gesundheit aus dem Begriffe der Schönheit und Gerechtig-keit zusammengesetzet ist, und wiederum: daß allererst der völlig Gesondedas Angenehme in aller Art zur Wirklichkeit bringe. Wenden wir dieses J

auf die untern und obern Kräfte der Seelen an , so dürften wir finden , daßalles, was sich von selbigen erklären lässet, sich aus diesen Begriffen nach die-ser Ordnung entwickeln und erklären lasse; und wir dürften gar bald aufdiesem Wege aufs allernatürlichste zu Wahrheiten kommen, über deren deut-liche Einsicht jeder sich selbst am meisten zu kennen seichender Liebhaber derWeisheit sich höchstens verwundern , und über die allergrößte Ordnung derNatur und über die Liebe der Gottheit höchstens erfreuen wird. Denn wer

da