44 V. Cap. Wie die wahren Wirkungen einer Auflage
Mail mache den Versuch auf welche Art man wolle, so wird dem Staateine grosse Ausgabe, die Ausgabe für das Münzwesen, erspart werden, wennauf die Münzkoslen eine Auflage gemacht wird. Die Münze des Volks wirdim Lande bleiben, und, wennjie ausgeführt wird , nicht ei ngeschmolzenwerden.
So verhält es sich mit der französischen Münze. Woher sind in vielenfremden Ländern die Schild-Louisd’or so viel als Guineas werth, da ihr inner-liches Gehalt doch wirklich fast 4^ p. C. schlechter ist: aber bei den Wippernist im Grunde der Werth gleich; denn sie wurden aus Frankreich heraus ge-sandt, als die Münzen durch eine nachtheilige Handelsbalanz gefallen waren;nun behalten sie ihren hohem Werth: denn wenn sie bey einer Veränderungder Handlung wieder ins Land kommen, so sind sie allemal bester als Barren,ohngeachtet des gestiegenen Preises der französischen Münzen bei wieder er-langter günstiger Balanz. Aus diesem Grunde sucht man sie, und bezahlt sienach Proportion desto besser, denn Frankreich kann eben so gut Barren undirgend ander Geld nach England senden, als ihre eignen Species; daher wer-den die Guineas, ohne das geringste Bedenken, eingeschmolzen.
Es würde eine sehr angenehme und nützliche Beschässtigung seyn, wennKönnen man die Proportion des in England und Frankreich geprägten Geldes untersu-uir den c hen, und die gemünzten Quantitäten mit den wirklich vorhandenen verglei-
Reichthumeines Volks
chen wollte. Man schätzet gemeiniglich den Reichthum eines Volks nachk ach der der Quantität seines haaren Geldes. Einige gehen weiter, und bilden sichQuantität ein, daß die Quantität der wirklich geprägten Münzen den Reichtum derfeinerMün j4 at j on abbilde, und der Maasstab desselben sey. Ich kann aus anderswo an-
zen sehn- J
zen? geführten Gründen dieser Meinung nicht beipflichten; nur will ich hier an-merken, dass die Münze nach dem Verhältniß der Bedürfnisse eines Volksgeschlagen wird.
Jemehr Gleichheit sich zwischen der Industrie und der Consumtion ir-gend eines Volks findet, je weniger Münze gebraucht es in Proportion seinerVeresterungen; jemehr eine Nation Mangel hat und Geld bey sich niederlegt,je mehr Münze wird sie nach Proportion nöthig haben.
Ein.Exempel wird dies deutlich machen. Man stelle sich zw een Märktein einem Lande vor, wo kein Papier im Gange ist; auf den einen kommentausend Leute, die verkaufen, damit sie wieder einkaufen können; auf den
andern