zF2 IV» Cap. Zustand des ‘öffentlichen Credits
verdienen, beschweret. Die Art, die Taxen zu heben, wird nun von demKönige auf das genaueste vorgeschrieben; und man kann nichts mehr for-dern, als was dem dargelegten Plan gemäss ist; aber in jedem Falle sind schwe-re Qeldstrafen auf die Umerschleife gelegt; worüber mit den Pächtern, wennsolche eingenommen werden, Rechnung gehalten wird; wenn sie aber unterder Hand verglichen werden, so fallen sie Privatpersonen anheim.
In einem Lande, wo die Taxen ordentlich eingerichtet sind, habenKünstler und Gewerke nicht nöthig, sich durch Betrug, wegen der Taxen,die sie bezahlen, schadlos zu halten; sie haben eine gewissere Methode, sol-che ersetzt zu bekommen; welches wir an gehörigem Orte erläutern wollen.
Durch diese Art der Unterdrückung zu den Zeiten des Cardinais wardder Hass des Volks größtentheils von dem Könige ab, und auf die Partisansgeleitet. Das Volk gleichet einem Hunde, der den Stock beisset, womit ergeschlagen wird, anstatt den zu beissen, der denselben führet.*)
Ich habe nun zur Erklärung des damaligen Geldborgens in Frankreichgenug gesagt, um daraus ohne Mühe die Beschaffenheit der Sicherheit beur-theilen zu können. Der Cardinal läßt sich bey der Vermuthung eines heran-nahenden Friedens auf einen Plan ein, die gemachten Schulden abzutragen.Sein Entschluß gieng dahin, den Credit auf alle Art aufrecht zu erhalten; dennselbst damals sahe dieser große Mann die Folgen der großen Maschine, dasVolk zu erleichtern, und von Schulden los zu werden, hinlänglich ein.
Nach einer langen umständlichen Erzählung aller Theile der Einkünfte,und nach einer Anzeige, wie solche verbessert werden könnten, macht er
einen
*) So wurden in Frankreich, ungeachtet des grossen Abscheues dieser Nation dagegen,die Taxen eingeführet. Die Bedürfnisse des Staats waren offenbar; man hielt da-für, dass die Fürsten sich in der äussersten Noth befänden, dass sie auf irgend eineArt Geld haben mussten; sie schienen unter den Händen unbiegsamer Wucherer zuseyn, die ein Abscheu des Volks wurden, deren Wuth es oft ausgesetzt war,wenn es seines Vermögens beraubet wurde. Dann und wann wurde das Volk voneinem Theil feiner Bürde entlediget; die Taxen kamen unter eine gelindere Ad-ministration ; wurden zu den königlichen Einkünften hinzugethan, und dienten zueinem Capital auf künftige Bedürfnisse.
Aber so ist die menschliche Natur, jiemehr sie an Reichthum zunimmt, jemehrnimmt der Trieb zu , diesen Reichthum auszugeben. Dergestalt wird das Vermö-gen, das zu unerwarteten Bedürfnissen bestimmet war, unvermerkt mit dem ver-bunden, was zu den täglichen-Nothwendigkeiten des Staats bestimmet ist.
jedennoch