IV. Cap. Von den Cumulativtaxen . H09
Es ist die Natur aller dieser Taxen, dass sie auf die Besitzungen, die Ein-künfte und den Gewinn einer jeden Privatperson einen Einfluss haben, ohnedaß dieselbe die Macht hat, diese Taxen auf irgend eine Art wieder an sich zuziehen; folglich tragen solche Taxen wenig zu der Steigerung der Waren-preise bey.
Diejenigen, welche diesen Taxen unterworfen sind, erwägen nicht alle-mal, daß die Absicht derselben dahin gehe, daß ihr vorheriger Eleiß, Ver-dienst oder Glücksvortheile, zumBeßten des Staats eine Verminderung leidensollen, für welchen Abgang sie vielleicht nicht gesorget haben.
Es entstehet eine grosse Beschwerlichkeit daraus, wenn Leute aus denniedrigen Classen mit solchen Auflagen belegt werden, anstatt daß sie die pro-portionalen Auflagen tragen sollten. Ihnen wird erlaubt, den ganzen Gewinnvon ihrem Fleisse einzunehmen, welches wir in dem vorigen Capitel ihr B ge-nannt haben; jedoch behält sich der Staat einen Anspruch an einen Theil des-selben vor: anstatt daß dieses, wie bey einer Proportionaltaxe, nach und nachbezahlt werden sollte, wird es am Ende des Jahrs, wenn sie nicht dafür ge-sorget haben, eingeßmmelt, und folglich werden sie dadurch in Noth gesetzt.
Wie hart ist es überdem, ihnen die Macht zu rauben, das, was sie be-zahlen, an sich zurückzuziehen ? Und wie unüberlegt ist es, denen Geld zuvertrauen, von denen man vermuthet, dass sie blos ihre physikalischen Be-dürfnisse bequem verdienen? Ein Aequivalent für die Anschaffung der Arti-kel der Gemächlichkeit und des Aufwands sollte denen nicht in den Händen ge-lassen werden, denen man nicht erlaubt, derselben zu gemessen.
Wir können daraus den Schluss machen: 1) dass, jemehr diese Taxenmit dem taxirten Gegenstände im Verhältnisse stehen, 2) je deutlicher diesesVerhältniß sich zu Tage legt, und 3) je öfterer und regelmässiger sie geho-ben werden, desto mehr werden sie den proportionellen Taxen ähnlich seyn,und desto weniger wird die Bezahlung derselben lästig fallen. Ich will diesesmit einigen Beispielen erläutern.
Der Abzug an dem Solde eines Soldaten, entweder für die Invaliden,oder für Chelsca, ist eine cumulative Taxe: aber die Art der Hebung bringtihr alle Vortheile einer proportionellen zuwege: i)hat sie ein genaues undvest-gesctztes Verhältniß mit dem Werthe seines Soldes, 2) ist ihm dieses Verhält-niß vollkommen bekannt, und 3) wird sie bey jeder Bezahlung ordentlich nachGrunds, der Staatm. II. Band. Sss und