604 Xi/. Cap. Vermischte Fragen über die Taxen.
Handel zu treiben, und den kleinen Landbau, der keinen Ueberschußausträgt,und soviel arme Leute der Unterdrückung der Landtaxen aussetzt, auszuge-ben. Ich kann bey diesem Plan niemals anrathen, dass man ihn völlig auf ein-mal ausführe: es muss stuffenweise, und nach Maasgabe des Fortgangs desFleisses geschehen. Der Grundsatz ist so klar, dass ich noch niemand gefundenhabe, der nicht sogleich die Richtigkeit meiner Anmerkung eingestanden, obich gleich nirgends gesunden, dass man bey Auflegung der Landtaxen daraufAcht gegeben hätte.
Hier zeigt sich dann der Gebrauch der Theorie; er leitet uns bey derPraxi, die Schwierigkeiten zu vermeiden, die sonst für unübersteiglich gehaltenwerden könnten.
2. Ich merke ferner an, daß es noch ein weit schädlicherer Irrthum sey,das Product des Fleißes für das zu taxirende Einkommen, das daraus entsteht,anzunehmen, als das ganze Product der Ländereien für die Pacht anzusehen:weil die Vortheile des Fleisses im geringern Verhältnisse mit dem Product des-selben , als die Pacht der Ländereien mit ihren völligen Früchten, stehen.
Die beste Weise, von den niedrigern Classen der Fleißigen Geld zu he-ben , bestehet darin, dass man ihre Consomtion auf eine richtige Art mit pro-portionellen Taxen belege, die sie leicht wieder an sich ziehen können; weilsie den Preis ihrer Arbeit verhältnißmässig erhöhen werden.
Wir können daraus den Schluß ziehen, der der allgemeinen Meinungentgegen ist, daß es eine Probe wohl aufgelegter Taxen sey, wenn sie diePreise verhältnißmässig erhöhen. Wenn sie richtig angelegt sind, so wirdjeder, der eine Waare verkauft, die eine Taxe bezahlt hat, sie wieder an sichziehen, er gehöre zu den Fleißigen oder nicht. Consumirt er sie, so kanner sie nicht an sich zurückziehen, ohne den Preis seiner Arbeit zu erhöhen;und dieses kann er wiederum nicht, ohne dass die Taxe so allgemein gemachtwerde, daß sie alle seine Mitbewerber betreffe, und die Consumtion, die ergemacht, einem jeden unter ihnen unvermeidlich sey.
Wenn wir auf die grosse Menge accisbarer Waaren sehen, die als über-flüssige Sachen consumirt werden, so müssen wir den Schluss machen, daßder Aufschlag der Preise, darüber man sich alle Tage beklaget, mehr von un-sern Sitten, als von den Taxen, die wir bezahlen, herrühre.