Band 
II. Band.
JPEG-Download
 

6 34 X///. Cßp. Wiederholung des vierten Buchs.

Wenn verschiedene Länder wechselseitig Schulden machen, so nehmendie Gläubiger in beiden Ländern an ihrem Ort die Bezahlung für die Briefs,die sie an die Ordre derer ziehen, die bezahlen, und welche die Briefe wie-derum an ihre ausländische Gläubiger endossiren.

Bey diesem Contract kommen vier .Parteien vor: die ein- und ausländi-schen Gläubiger, und die ein- und ausländischen Schuldner. Dieses Geschaff-te kann sich nicht weiter als auf den Belauf wechselseitiger und gleicher Schul-den erstrecken. Bleibt an einer Seite ein Uebersohuss zu bezahlen übrig, somuss der Werth desselben an Geld oder Waaren bezahlt werden. Da nuneine Schuld durch Compensircn weit leichter, als durch Bezahlen abgetragenwerden kann, so bemühen sich die Kaufleute, solche Compensirungen zubenutzen; da aber ein jeder gleichb Bemühungen anwendet, wenn dieBalanzauf einer Seite ist, so wirket dieses auf das Ganze des Wechsels, und jedermuss seinen Antheil von den Kosten der Bezahlung tragen.

Wenn London an alle auswärtigen Länder, welche wir mit einemWorte die Welt nennen wollen, einen Ueberschuß schuldig bliebe, nach-dem alles, was sie an die Welt zu fordern hatte, compensirt worden, so wird einjeder, der in London der Welt schuldig ist, wünschen, seine Schuld zu com-pensircn, und sich folglich nach einem umsehen, der ein Gläubiger der Weltist; dadurch aber verräth er sein Geheimniß, und giebt zuerkennen, daß eretwas begehret; da denn der andere sich diese Verfassung zu nutze macht, undsich wegen, ohne Vortheil zu compensiren.' Daher ist die Heimlichkeit indiesem Theil des Handels, wie man lagt, so nöthig, Sie ist dem Kaufmannnöthig, dessen Nutze darunter beruhet; denn was ein Theil der Kaufleute aneinem Orte heimlich zu halten wünschet, dieses sucht ein anderer Theil alle-mal zu verbreiten, das erfordert ihr Interesse. Es beruhet das Staatsinteressedarunter, dass eine Gleichheit des Gewinns und Verlustes unter ihnen allenunterhalten, und ihnendieBezahlung und der Empfang derBalanzen, die beyAbschluß aller ihrer Rechnungen bleiben, erleichtert wird. Der Verlust [derNation liegt in der Balanz, die das Land schuldig ist; denn die Unkosten beyBezahlung der Balanz, welches wir den Wechselpreis nennen, sind nur ein Ver-lust für einige Unterthanen, und ein Gewinn für andere.

Bey dem Wechsel hat der Staatsmann also auf folgende Stücke Acht zugeben.

i. Sorge