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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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2 aal

mit einer tütsche von saurampffcr mit etwas eßkg oder zitrv-nen fasst genossen. Oder er wird mit salbey-blättern gespickt,aufeinem rost gebraten, oder auch wenn er zuvor mit laute-rem waffer übcrsotten, und solches rein abgegossen, in einemtiegei in dritter gebacken, mir zerriebenen salbey- blättern be-streuet, und mit zitrvnen-safft beträufr. Die Frantzvstn rich-ten ihn auf eine besondere weise zu,die fie äI» g-iiEine nen-nen. Man schlägt ihn auch in eine pastcte. Die haut, wenn sieausgereckt ertrocknct, dieltet zu riemlcin oder wvckcn-blät-tern, ivenn sie aber zusammen gcdrehet worderr, ist sie an statteines ochsen-bensels zu gebrauchen. Wo der aal in mengegefangen, geräuchert oder eingesaitzcn wird, karr das darm-fttt ausgesotten, und wie trän gebrauchet werden. Wenndie ziegeuner ein abgetrieben pferd los werden wolle»,bringensie ihm einen lebendigen aal ein, davon wird es muthrgurrdunruhig so lange er bey ihm ist. In der Artzney dienet dasfett zum schmieren,das ausgefallene Haar,und in die ohre» zu AppH, tcuffcl

traust», das verlohnte gehör wiederzubringen: Das warme' .

blut nrit wer» vermischt, die darmgicht zu stillen: Die lebcr,die schwere gehurt zu befördern, und die haut, verrückte glic-der wieder zu recht zu bringe». Wenn man einem lebendigenaal den kovffabschrieidet, mit dem blutigen end ein hüner-«nge oderwaryeberühret, und denselben darauf unter einetraust vergräbt, schwindet die wartze und fallet ab, nachdemderkopffverweftt. So man einen aal in einem getranck ster-ben läßt, soll dein der davon zu trincken bekommt solch ge-rranck vercckeln, allein dieses Mittel ist zum bfftern übel aus-geschlagen. In geheimer deutmig bildet der aal einen neidi-schen mensche», oder einen solchen,der alle gesellschafft mei-det und sich mit niemand vertragen kan. Den aal beymschwane; halten, heißt mit einem arglistigen und betrügli-chcn menschen zu schaffen, oder eine mißliche sache unter Hän-den haben, die leicht umschlagen kan. 6

Elsh. Schröd.^ohb. insonderheit Hern/'s«//,»stwelcher diesem fisch ein eigenes werck, L-eusrum ksetenaLnunillL betitelt, gewiedmek.

AerlseMZ, Aa!kaj?en, Ein gebärt inflüst

ftn,an reichen oder scen die einen fall haben, in welchen deraal zu gewissen zelten, sonderlich bey imgewittern in starckeranzahl gefangen wird.

Aalraupe, (Quappe, Buckels lluviarilis./Vloultelle.

Ein fisch in einigen stückendem aal nachartend, mit einerglatten harrt, dunckciem rücken, mit schwartz-und gelbliche»flecken bestreuet,weissem bauch,einem dicke,r leib,grossen köpf,und weitem maul, einem ftvsch-maul nicht ungleich, daranetliche ausgewachsene flechsengleich einem bart. Er hat zwolange floßfedmr nahe an den kiefen, und unweit davon zwobreite. Aus dem rücken, wie auch am bauch fast aus der mit-ten gehet eine unbewegliche floßfeder hinab bis auf denschwang. Seine Nahrung und aufcnthalt ist wie des «als,und seine lerch-reit irn christ-monat. Er lebt irr flüssen undstillen wassern, die einen schlammigen boden haben. Seinfleisch ist weiß,zart und lieblich am gesthmackchoch sind die inläutern wassern gefangen werden besser, denn die aus srrmpf-figen kommen. Weil seine haut sehr schleimig, ist es gut,daß er vor dem abkochen gebrühet, oder mit aschcn abgeriebenwerde, hernach wird er mit butter und senff, oder einer ge-würgten fischbrühc angerichtet. Er dienet auch zu braten.

Die lebcr, welche sehr groß bey ihm, ist das niedlichste. Anorten wo er in Überfluß vorhanden, wird cr gedörret, und anstatt des krerrs zum lerrchtcn gebraucht. In der artzney die«et die an Versonnen zerschmvlgene leber a» statt des vipcrusetts in augen-crrrcn, der magen vor Mutter-beschwerdenmd koliea, der ßeiil, so bey dem ansang des rückgrads gefnn-

aas abe

An wird,wieder die fallende sucht. Elsh. Schnöd,

Aar, s. Adler.

Aas, LLilLver.morricimim: rscksvrv.- todter

cbrper eines menschen oder thiers. Nach dem levitischer«gesetz borsten die juden von keinem aas essen, und wer einentodten berühret, war verunreiniget.

Aasen,'EL,-, ein jäzcr-wort, wird von dem Hirsch, und ingemein von den: rothen wüdpret gebraucht, wenn es weidet.

eine Persische siibcr-müntz, von ihrem UrheberSchach Adas also benahmt,im werth beyläufig acht gute gro-schcn, oder ein drittel eines reichsthalers. Dieses königsNachfolger, Chodabende hat dergleichen müntz auf die heifftedes Werths prägen lassen, so halbe -lE, oder auch ckocisdcn-äe gencnnet werden. Sie sind in Pcrsien und umliegendenländern gangbar. Dapp.

s abbiß: s'r-emorss, succifii, nivrsus üiz-doii ck» Ein wildes hcilkraut, hat den Na-

men daher, weil die wuryel anzusehen, als wäre sie abge-bissen. Ist eine gattung der Leblosen, dienet wider diegisst, pesi und schwerenoth. Auswendig aufgelegt ist es einbewährtes mitte! vor die earfunckel. Das waffer davon ist gutwider die fallende sucht, schweren athem und brust-beschwc-rnng, stillet das ftitenstechen, zertheilet das geronnene gs-brüt, und innerlichegcsthwür. Schrihd.

A.Ä.^. s. alphabet.

At?d<rcI?unF, s.böschung.

sshäullu, eine art Muhammcdanischer Mönche in Perflen.Sie gehen schlecht in geflickten kleidern, oder nur mit ei-ner rauhen haut behängen, haben um den leib eine eherneSchlange, wie einen gürtel, zum zeichen ihrer aufnehmrmgin den orden,predigen aus den gaffen, von den wundern ihrerheiligen, und verachten die so bey den ander» steten in hohenehren sind. Wenn sie ausgeredet, sprechen sie die zuhörer umein allmoftn an, welches fie bald wieder durch die gurgel ja-gen, daher sie auch Oslenäersn Heister,. Sie führen ein wü-stes leben, berauben oft die reisenden, daher sie niemand gernin das Haus nimmt, sondern an den Meschiden kleine Capel-len gehalten werden, sie zu beherbergen. Dapp. 0/^.

, ein besonderes andächtiges bade» oder waschen' der Mahometarier, so unmittelbar vor dem gebet hergehenmuß. Es geschiehet also, daß sie mit einer Hand voll rei-nen Wassers von dem nackcn über das Haupt herfahren.Die stirn, äugen, ohren, nase und mund, denn die Händeund arme bis an den elenbogcn, und endlich die füsse vvnden zehen bis an die knöchel waschen. Wo im wrriter daskalte waffer der gesundhert schaden möchte, oder auch wennkein waffer vorhanden , kan solch waschen mit fand odergras verrichtet werden. TA-ME,

und andere so von der Lürckcn sitten geschrieben.Abelmosch, -41ces LMpeiocL. Ein zaserich sommcr-gewächs, so in den gärte» gezogen wird. Es kan bey unsbis zur biüt aufgebracht werde». Es schießt in einem ge-raden , runden und hangen stengcl aus: Die blättcr suchrauh und am rand tief gekerbt: Die blume goldgelb vonfünff blättern. Der same, so in runden sthwärklichen hänß-lein liegt, ist schwartz, klein und bitter, kan aber bey unsschwerlich gewonnen «erden. Er riecht nach biesam,undwird vondenTürcken und Arabern gestoßen, und unter dencoffe und sorbet gcmisthet, oder auch unter die klcider ge-streuet. Elsh. Dapp.

Adend, Vesper, cko/>. Die zeit zwischen tag und nacht,da der t«s sich endet nnd die nacht eintritt.

Abend,