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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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hcnds istscin amt zu einer würde gelanget, bieder priesterli-!chen vorgezogen worden. Er war der nächste nachdemBi-schoff, sonderlich was die äußerlich: und weltliche Verwal-tung betroffen. Er hatte sorge zu tragen vor die ordentli-che und wohlanständige Verrichtung des Gotrcsdiensts, undbestellung der kirchen, vor die Versorgung der armen, undUnterhaltung guter zncht und ehrbarkcit, so daß er das augund dicrcchtehsnd desBlschoffsgencnnet wurde. Sein an-fthcn nal m so weit zu,daß er eine eigene gcrichtbarkcit erlan-get. Dastehe ch etwas hinwieder zu mäßigen, hat man an-gefangen ihrer mehr als einen zu bestellen,sonderlich wo grosseBißrhümer warm, und ist ihm nunmehr nichts überblieben,als ctwan eine geringe bestraffung bey Verrichtung der viii-rarionen zu üben, die gerichtbarkcit aber ist dem oKcial bey-gelegt worden.

2trcl)itecrur, s. Baukunst.

Arcldl'trab, s.Unler-balckcn.

Brr.'f-gcwöib: ^rclllvum, Dey-

lag und verrath aller briofschafften, dcnckschrifftciilMd Ur-kunden, so das gemeine wesen angehen. Daselbst werdenbewahrt dieurschrissttn aller Handlungen, vertrage, bünd-nisse n. d.g. saal-mid steur-zvl!-;ins-gccntz-sorsi-rechcu-rakhs-und geriehts-bücher, worinn die macht und das ver-mögen des! andes verzeichnet: LlllÄL, gefttze, landcs-ord-nungcn: Lehn-bücher-briefe und rcgister: Stamm-registerdes regierende» Hauses, dessen abkunfr und verwandschaften,und was sonst den alten und neuen zustand eines rcichs odcrlandes, dessen städte, dbrffer und einwohncr, auf-und ab-nehmen oder andere Veränderungen und vsrfällc derselbenbetrifft. Die aus einem archiv gezogene abschnitten, wennsie mit des ordentlich bestellten archivarii Hand bcglaubct,machen einen völligen beweis. Das rcichs-archiv vonDeutschland wird bey den; Churfürsten von Mayntz, alsReichs-Ertz-Cantzlar bewahrt. Der verordnete bewahrneines archives wird s^reblvarius genennet. Ausser denen

gcmeittenKHl!ig-ttndFürstl.Archiven,wcrden auch alskrivar-

archivcn angesehen die bey klöstern, kirchen, städtcn, ade-lichcn und standes-häusern von alters her verwahrlich auf-behaltene Urkunden und Nachrichten, die von ihrem Ursprungund fsrtgang beglaubtes zeugniß geben, ve sture ^rclüvisc LaneellariL hat in einem eigenen werck gehandelts. M/-». LostLL/. Seckend.

^rcIurus. Ein Heller stern erster grosse zwischen den deinendes Lnoeis. Die alten haben ihn einen schrecklichen sterrrgenennet, weil sein anfgang stürm und ungewitter mit-bringt.

s^recn, bey den Siamesern klon, auf Snrrrm, kuppm^, inder Insel Mellon, , aufd/lalacca > bärcauA, in Locliin,

Cbscauzc, von den Portngiftn söreczuero, und beym zövi-ccnnL bauLl gcncnuet.Eine berühmteJndianische frucht,soman eine miß oder cichei neuen möchre.Sie wachst aufcinembäum, der vor eine art der palmen-baume geachtet wird. Ander spitze desselben kommen zwischen den blättern lange sten-gel hersür, an welchen sich weiffc blünilel» büschelweise anse-hen, darvon endlich die frucht kommet, da osst bis 220 bcy-saKen in einem büschlcin sitzen. Dieselbe ist in der grosse einermiß, aber länglich, die schale ist anfänglich grün, aber wennsie rclffworden gelb, weich und rauh: Der kern ist weiß, hartund voll rother ädern. Die rinde dienet die zähne zu reini-gen, und der kern wird offt unter den schockolat genommen.Der vornehmste gebrauch aber ist dieser. Es wird der kernin vier viertel zerspalten, ei» jedes in ein blat des krautesLcwsls eingewickelt, mit wenigem muschel-kalck bestreuet,

arg aem

all» in den mund genommen, gekäuet, und der fasst davonwenn man ihn nicht ausfp-yen will genossen. Man nimmtcs Mderiich nach der Mahlzeit, weil es eine zusammenzie-hende krastt hat, und die daunng befördern sott. Die em-pfindlichste würckung desselben ist, daß es den mund reiniget,die zähne aber und üppcn roth färbet, welche rothe sich end-lich an die zahne ansetzet, und mit der nberbliebencn weisstderselben mitereimnidcr versetzt, ein übeles ansehen macht,daher voruchme lenke und die etwas auf gute gestalt halten,die zahne schwärkcn. Der gco'guch dieses also zusammen-gelegten krauts ist so gemein, daß es also zugerichtet an al-len orten zu kauf geicget zn finden, bey grossen Herren stetsan der Hand gehalten, in silbernen schalen ihnen nachgetra-gen, bey besüchungcn den gasten vorgesetzet, und von müßi-gen lenken den gannen tag im mund gcführet wird. Dockenthalten sich die Indianer desselben wenn sieintrauerfind,und die Mahouictaner in ihrer fasten. H Mandelöl.Ako,tgleuhof. Dapp. Feme.

Eil'tzsW-dsyrt, Verdacht: llulsilein, llnruhige

bewcgnng dcs genrüths, wenn es über einem ding ungewißist, und mehr böses alsgutes sich zu demselben verziehet: odernachtheilige mrynnng von einer Person oder jache, mir Zwei-fel und Ungewißheit begleitet: Oder ein zwciffelhafter böserwahn, aus geringer anzeige entsprossen. Die den argwohnzu entschuldigen suchen, oder von der Vorsicht-und behut-siimkcir nicht zu unterscheioc» wissen , wollen ihiivor einemutter der sichcrheit und Verwahrung sein selbst ausgeben:In der that aber ist es eine-miedle regung, und ein zeichen ei-nes unartigen gcimiths. Wenn auch die mcynung nichtböse wäre, wird sie doch verderbt, wenn sie sich auf unglei-chen verdacht, und übereiltes urtheil in dingen, die für men-schen verborgen sind, gründet. Ein argwöhnischer ist ihmselbst eine plage, denn er ist in steter unruh, und trauet esst derWahrheit selber nicht.

Axrrhmeric, s. Rechen-kunst.

Ärls!?eek, s. Sperber-baum.

2st'M. brrcbium, L>sr. In der ^iimkomie, das theil andem menschlichen leib, so von der achftl herabsehet. Seinetheile sind die achsel-röhr, diel» dasschuldcrblat gcfüget,der ellenbogen, eine gedoppelte röhr, welche oben an dieachsel-röhr gcfügct ist, und daran unten die Hand hanget.-brI. Arm, in verblümten verstand Heister gcwait undmacht. Der geistliche oder weltliche arm heißet die gcist-vder weltliche gemalt und gerichlbatkeit.

ArM, Armselig, unvermögend: ?auper, kliLrubillzDie armuth hat in Rechten gewisseVortheile, aber auch beschwermigcn, welche Speckhau inseinen LeururÜ8 <stvr.-ll. und in seinen Veeist zu-sammen getragen, und ein gantzcs

buch <le privileAÜs ?superum geschrieben. Wer eigent-lich arm zu nennen, ist nicht ausgemacht. Einige wollen,der sey vor arm zu achten, der nichts, ducatenim vermö-gen hat: andere wollen davor erkennen, der sich seiner Hand-arbeit ernehrenmuß.Jiigemein wird es des richters beschei-dcnheit überlassen. Wer sich auf seine armuth berußt, oder,wie die redens art ist, sich in das armcn-rcckt legen will, mußdieselbe erweisen, oder, wie ingemei» geschiehet, beschwe-ren. Vor armselig werden gehalten, nicht nur arme, son-dern auch wittwen, wayftn , alte abgelebte, oder durchkranckheit abgezehrte leute. Alle solche haben die wohlthat,daß sie mit vvrbeygehung der unteren sich an das höchste ge-rächt, oder den landes-herrcn wenden mögen, es sey daß sie

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