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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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ringel-blumstt, augentrost, schcllkraut, rittersporn-fenchel,blaue» kornblumc»,weiffen lilieu, eiseukraut und baldrian.Ein langes rcgistcr von augen-artzneyen stellen ^ohbevg,Schnöd. Don der vortrefflichkeir des gcstchts, und dessenvorzug vor andern sinnen handelt Havsd. weiche äugen dieschönsten, ist ein alter streit. Die Griechen haben die grauenäugen gepriesen, weiches noch heut dieItaliäner thun, an-derswo wird den schwartzen der preist zuerkannt. Aus de»äuge« ist die art und bcwcgung des gcmüths zu lesen, dahersie die senstcr der scclcn benennet werden. Die flüchtigleitder äugen ist ein zeichen der leichtsimngkcit, das angen-win-ekcn der argiistigkeit und untreu. Freye offene äugen bedeu-ten ein edles gemüth, kleine und tiefe äugen einen niederge-schlagenen seist, lachende angc», einen freudigen, und zn instgeneigten nmth, snncklendc äugen einen hefftigen zc-rn, u.s.w.^arsd. Zween aug-äpffel in eine»! äuge werden beyden Tsinefern vor ein Zeichen ungcmeinen glückes gehalten,tkleuh. In geheimcrdcutung ist das äuge ein bild des glau-bc-rs, dieweil es in die ferne, und bis in den Himmel rei-chet ; ungleiche!! der illugheit, dieweil es den »mischen m al-lem seinem thun und wandet zu recht weifet.Augen-mcbt, f. nicht.

Augeir-pappeltt, s. Pappeln.

2 fl!their-->üf!de, Loll^rium, LbL,>^. Ein äusserlich Nlit-tesswider die gebreche» der äugen. Es werden hierunter be-griffen, nicht nur eigentliche salben, die vor die äugen gutsind, sondern in einem weiteren verstände auch andere Mittel,sowohl feuchtechie von heilsam? augcnwassern,zuweilen mitdienliche!! pulvern vermischt, bereitet werden: als die trock-ne, dergleichen der zuckcr-candi, die weisst viol-wurtzel, u. a.m. die aufs scincste zerrieben, mit einem röhrieini« dieau-. gen geblasen werden.

ÄitksptlklUdb, kutrsz-ls, LupliratiL'

/r. Ein wildes hcilkraut, hat eine dürre holtzige wurtzel,zarte haarige stcngel, einer spannen lang, kleine dunckle, rundum gekerbte blattet, eines herben gcschmacks,und Misse röth-lich gestriemte blümlcin. Es wächst a» sandigen orten, infeldcrn und wiesen, blüht inr Brach-und Heumonat, undwird in dieftin gesammlet. Ist das beste unter den augen-kräutein, und dienet in allen zufallen der äugen, wie esauchgebrauchct wird. Der fasst aus dem gefressenen kraut, aufdie äugen gestrichen, macht sie klar und schön. Ein halbqvintlein des pulvcrs mit demselben ober mit fenchel-undeiscnhart-wasscr alle abend getruncken, soll das verlohnte ge-fleht wiederbringen. Man lässet auch das kraut mir mvstoder mit bier vergahrcn, oder mit mchl sieden, und triiicktdavon täglich, das gesicht und gedächtniß zu stärcken. Inden avvtheeken hat mau davon das kraut mit den blunien.An bereiteten stücken, eine lattwerge und ein wassrr, imglci-chen einen Spiritus und ein saltz. -ps»nov. Schnöd, -zsohb.Aimcnrnost Avas, Lupliratia AILMM. Hat gleiche tugeudwiedie Vul^oris.

Blauer Augentrost, Vergiß mein nicht, LuphrsliL csoru-1eL, (Hurogloila wiuor. Wächst an sumpfigen orten. Wennes pflastcr-wkise aufgelegt wird, soll es die Hitze lindem, dasgesteht stäreken, und klare äugen machen,2 luv;en-wurtze!. Also wollen einige die wurtzeldeslö-wen-zahns beygenahmt wissen,dieweil dieselbe, wenn sie zuder zeit, da die sonne in der jungfrau gehet, gegraben worden,einem menschen oder vieh,so flecken in den äugen hat, anden hals gehenckt, dieselben vertreibe» soll.

Attge.-r-w-irtzel wird zuweiicn auch genennck die wurtze! deswilden baldrians.

aug aus

AllM s. Erndte.

, ^uAullus, Der achte monatdesjahrs, hat seinen »amen von dem Kayscr-duZutko be-kommen, dem ehren er also gcnennet worden, da er zuvorScxriüsgchcissen.weil er bey ihnen, als die das jähr mitdeni Meri; anzufangen pflegten, der sechste gewesen. Wasein Haus-vater auf dem lande in der wirthftl,äfft im Angst-monat zu thun habe, lehret Hodb. uud Böckler. Von dergartcn-arbcit desselben nronats giebt Nachricht Elsh.

?,vo. Ein bäum auf Madagasear, aus dessen hast ein garr! ge-sponnci! und ein zeug gewcbet wird, an lindigkeit der seidengleich, sehr leicht, aber nicht starck. Es wird auch papierdaraus gemacht. Dapp.

Ein vvgcl in America, den die Mcxicaner Lo-.-^uoullts uennen. Er ist in der grosse einer Hennen, schwamvon federn über den leib, braun vor der brüst, die flügeisindvon aschengran, purpur und falb gcmcngehder schwantz obeirschwartz und unten weiß, der schnabci wie eines papegoycir.Er lebt von mäusen, eydechst» und faulen aas, welches er vvuferne wittert, stinckt übel und raugt nicht zn essen. Er hateinen so stärcken fing, daß er gegen den wind auskomme» kan.Dapp.

ÄUt'Itk, s. Dausendgülden-kraut.

wilder Aurin, Granula, Ein wildes Heil-kraut,

wachst auffcldern und wiesen, hat viel stcngel, daran je zweyund zwey blätter stehen,und »eben denselben kleine zweiglci»,so theils blätterlcin wie ysvp, theils leibfarbc, gelbe oderweiße blumen tragen, nach welchen der saame ansetzet, diewurtzcl ist knöpsig/zafig und weiß. Esblühet imBrach-bisin den Augstmvnat, wird im May - oder im Augstmonatgesammlet. Es ist ein starckcs abführendes mitte!, sonder-lich der wässerigen, zähen, galligen ftuchtigkeitc«, dient wie-der die gelb- und Wassersucht, und mit seiner bitterkcit treibtes die wurme. In den apothecke» hat mau davon die blätter,und an zubereiteten stücken, ein wasser, einen extract oderfasst, und eine lattwerge. Schrob.

AuripiZmcnt, s. Vpcrmcnr.

Ausbeute, krovcums LX tuclinis, ük-r

Überschuß den die gewereke bey einer zechen an ihren koste»haben. Wenn von einem gcbäudc ausbeute soll gegebenwerden, wird solches vorher von den bcrg-bcamterr befahren,zu erfahren ob die anbrüchc so beschaffen, daß mit der ausbeu-te gefolget werden könne, und man nicht wieder zubuß anle-gen müsse: «Gleichen ob das gcbaudemit bergen verhaue»,und ob schulden daraufhafften. Denn so lange die berge nichtzu tag ausgeschaltet, und die schulden bezahlet,keine ausbeutegestattet wird. Es sollen auch die zechen durch dir hohe aus-beute nicht entblößet, sondern ein verrath dabey gcmachct,und behalten werden, dessen man sich aus verschiedene fällebedienen könne. Wenn in der rechnung sich bcstndek, daßnach abzug aller unkostc», so viel Uberlauffs vorhanden, daßauf jeden kux ei» gülden auszutheilen, und noch so viel invorrath verbleibet, davon die grübe oder zeche vier, oder we-nigsten zwey wochcn ohne zubuß im bau erhalten werben kön-ne, aisbemi unv eher nicht pflegt ordentlich zur ausbeute ge-schlossen, und solche den gewereke» ausgetheilet zu werben.Der austheilen (ist der bediente,dem die ausbeute von demzchendner zugestellet wird, daß er solche den gewereke» bezah-le» soll) ist schuldig, 14. tage nach beschluß der rechmmg ei-nem jeven gewercken der in persvn ober durch genügsamevollmacht zugegen, seinen antheil treulich und unweigerlichzu entrichten. Wenn etwas davon unabgefordert hinder-stellig bleibt, wird es entweder bey dem reizenden, »der be»H r dem