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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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So bel bett

und eingewiesen/ und ihm die wirckliche bestkung übergeben;oder er wird vermittelst gewisser soleimitätcn zum lehns-mann aufgenommen/ ob ihm gleich das lehn noch nicht ein-geräumet ist. Die ccremouien/ so dabey vorgehe»/ bestehengemeiniglich in folgenden. Der Vasall muß um die Inven-tur bey dem Lebns-Herrn anhalte»/ welches man nennet daslebn muthen/und zum beweist dessen wird ihm der much-zettul gegeben. Hierauf seyet der Herr einen tag am anweichem der Vasall um die bclchuung gebührende ansuchungthut/(dieses geschiehet bey dem Käyser mit einem fustfall)erbietet sich auch zur lehno - Pflicht. Der Lchns - Herrantwortet hierauf/ und gewehret ihn seiner bitte. Daraufwird der eid vorgelesen, welchen der vasall leistet/ und dabeydas evangeliembuch/ so der Herr hält/ berühret. Es wirdihm auch z. e. ein spiest dargereichet/ welches doch heutigestages nicht mehr ini gebrauch ist. Nach diesem allen bedam-pfet sich der vasall. Es pflegen diejenigen/ so die geflammteband an dem lehn habem das kleid des Vasallen, indem erschwerer, anzugrciffen. Es ist auch zu mcrckem daß die geist-lichen lehne durch einen seepter/die weltlichen durch eine sah-ne verlieben werden. Daher» auch der unterscheid zwischenscepter-und fahnen-lchncn entstanden. Wann aber König-reiche zu lehrn gegeben werden, geschiehet solches mit einemschwcrdte. Le/o/-/.

BeflebruNZs-urtbett, keiponium. pru<jenruin,c->»-Wann in einer zweiffelhafften fache der rechts-gclchr-temjuristem faeultäten und schöpffcn-stüle bedencken einge-holet werden. Es geschiehet solches svwol von dem richter,welcher die-^üen inrorulirtw, und an ein juristisch Lolle-Ltum verschickt, damit sie eine lenrenr oder spruch darüberverfassen, als auch von den parte» selbst, welche offtcrmalsbey rechts-gelehrten sich raths erhole», wiewol ein solchesIntormm-urtheil weder dem richter, noch dem gegcnthcilnachtheilig ist. Sich von den rechts-lehrern belehren zu las-sen ist schon zu Kaysers zelten gebräuchlich gewe-

sen, als welcher denen recl-ts - lehrcrn nicht nur macht gege-ben, ihre beiehrung zu siegeln, sondern auch verordnet hat,daß sie gleich andern gesetzctt gültig seyn selten. L'?/

LelemltiW, s. Abschoß.

B elittem. Bey den bcrgwerckem in einem schacht fahr-ten einhängen. Sch'cmb.

Benehmen. Bedeutet bey dem müntz-wesen die schröt-linge so viel beschneiden, daß sie ihr gebührlich gewicht be-kommen.

SyNMttUNZ, Oclinitio nomIiw!is,Oe/»r//o». Ist beyden lclLtbemLrlLiz, wenn mau cei-mino; oder kunst-wörter,die ins künfftige sollen offt gebrauchet werden, durch eine ge-wisse auslegung genau bestimmet.

<1ci1ci5, Lrirso/». Ein köstlich wohlrie-chendes gunimi, so aus Indien vornemlich aus Siamkömmt. Es fließt aus einem bäum, der wie ein citronem ,Haunr ausstehet, und am stamm mit fleiß geritzet wird, damit!er das gunimi fliesten lasse. Die bäume werden mit fleiß ge-pflanzt, und wenn sie über sechs jähr gestanden, abgehauen,weil sie so gutes gummi nicht inchr gebe». Das beste ist,welches auswendig etwas roth,inwendig aber weiß gesprengt,wenn es zerbrochen wird, durchsichtig ist, und im Wasser mitsalbey zergehet. Man macht ein öl von diesem gummi,wel-ches die Könige und Herrn des orts, daher es kommt,gebrau-chen; es wird auch sonst zum opffer der götter genommen.Lon/c, Bey uns werden die davon lnblimirre blvrcs gegenden husten, schweren athem, schwind-und lungen-sucht, das

der

gummi in räucher-pulver, und die daraus gezogene DinKurzu einem schminck-wasser gebraucht, welches die flecken undblättern der haut wegnimmt. Sie wird also bereitet.Nimm benzvin und storar gleich viel, gieß darauf rcLtistrir-tcn Spirlnim Viiii, laß stehen, bis die DinLlur blutroth wer-de, alsdcnnüicrire sie, thue davon wenige tropffcn in rvsen-vdcrwcißwurtz-wasser.

Veb'est^r, von reiten, L-Piorunr äomicor, Der

allerhand und sonderlich junge rohe pferde, die noch nie we-der reiter noch zügel gehabt haben, nach der kunst abzurich-ten weiß. Er muß sich daher» auf die natur und so wol in-nerliche als äufferliche beschaffenheit eines jeden pftrdes wolverstehen, damit crs nach seinen» rempersniMt wisse anzu-grciffcn, und zu tioKiren. Der bereiter stehet unter demStallmeister, wie dieser unter dem Ober Stallmeister.

Bereiter, und mit einem zuwvrt, Forst-bereiter, ;oll-berei-ter, ein bedienter, so einen forst, eine straffe, u. d. g. bereitet,d.i. offt hin und wieder reitet, acht zu haben, daß keine Un-ordnung oder unterschieiff vorgehe.

Bereiter, von bereiten, bereit machen. Der etwas zurich-tet, und zum gebrauch tüchtig macht, als tuch- bereiter, le-der- bereiter, u. s. w.

Berenmmg,s. Einschließung.

SekF, lolvns ,Ein von der Natur sehr erho-bener vrt. Den untersten theil eines solchen orts nennetman feine wurgel, oder den fuß des berges. Das lün-tcrsre des berges, da er anfangt abschößig zu werden,heißt der rücken, und die feiten die wände. Wann vie-le dergleichen berge an einander hangen, und sich auf sän-ke meiieweges erstrecken, so nennet man es ein gebürge.Man hat hin und wieder sehr hohe berge, doch halt man ins-gemein den berg?icoaufdcri»sul Beneriflll vor den höch-sten in der weit. Fciier-spcyendcr berge hat man auch sehrviel, die berühmtesten aber sind Veluvius iu Campanien,Lrno in Siechen, und kkoclo in Island, welche ihre asche,steine, schwcfei und brennende Materien öffters mit solchergewait, menge und ungestüm ausgewvcffen haben, daß dieumliegende gegendcn weit und breit sind überschüttet, undeingeäschert worden. Die ausgeworffene brennende Mate-rien werden durch das untcrirrdische feuer, als zn welchem sievon allen feiten unter der erde herzu fliesten, znm fluß ge-bracht, und wann dann das durch eine grosse menge brand-fassendcr dinge gesxeisete feuer sich nicht länger in der eng«halten kau, so sucht es mit gewalt einen ansgaikg, weichen esnicht besser, als durch die natürliche lufft-röhre der holen ber-ge nehmen kan, welchen es hernachmahlö nicht gern wiederverändert. Daß aber diese berge nicht allezeit speyen, sol-ches scheinet,nach Küclleri meynung,daher zu kommen, daß,weil alle feuer - speyende berge durch untcrirrdische canälemit einander gemeinschafft haben, einer um den andern seineregiernng mit feuer- speyen habe, welche umwechselung vondem -VKZneriliuu und dem zug der lufft, nachdem solchervon einem ort zum andern gehet, herrühret.

Berg, bloiis. Die gleich unter den fingern etwas erhobenesteischichte stellen in der Hand werden von den Llliromsnü-tte» berge gcnennet. Sie führen den beynanien der pla-neren und werden vor glückliche zeichen gehalten, wann sievon verworrenen iinien,liessen Puncten, u. s. w. befrcyct sind.

BellZckMStte, Lr-Mmottr. Ist eine gewisse art vonbirnen, die an färbe grün, mittelmäßig-groß,rund, von über-aus häuffigem fasst und schönem gcschmack ist. Es gibt der-selben dreycriey art, sommer- herbst- und winter-berganivtte.

Berg-amt. Das berg-aml machen diejenigen Personen aus,