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welck wird; einigen ist sie gleichsam angebohren, andern aberwächset sie erst durch äußerliche zusällc, und mehrmahlsdurch unvorsichtige Versetzung derselben zu. Wenn mannemlich die Ost-seite des baums nach Westen, und die Nord-seite gegen Süden kehret, da alsdann die mittags-sonne die-se Nord-seite so austrocknet, daß die rinde vvm stamme ab-weichet, oder wohl gar spaltet, und der bäum schwachetipffgen bekommt, darauf hernach kleine weisst würmer fol-gen, die den bäum so benagen, bis beydes sie und derbaumgantzlich ersterben. Auch entstehet der brand zuweilen da-her, wenn der bäum grossen Überfluß von fasst hat, so daß dierinde davon hin und her börsten muß, und der stamm von dersonne ausgedörret und schwach gebrannt wird. Dieses nunzu verhüten, so gebe man dem bäume, der zu viel fasst hat, imAvril und May des abends beym vollen mondc, zwischen dermitternacht-und abend-seiten,mit einem messer zween odervier, nachdem der bäum groß ist, von den asten an bis aufscrdreich gleich neben einander stehende risse, doch muß manhierbey zusehen, daß man nicht tiefer, als die äusserste rindeist, komme. Würde aber der brand bereits den stamm selbstangegriffen haben, so ist das schröpffen nicht gnug, sondernman muß das schwache bis aufs frische behend ansschneiden,den schnitt mit baum-wachs oder bauni-salbe verstreichen, sowächset davon die rinde wieder zusammen, und dem brandewird dadurch gesteuret. Carl. Elsh.
Brand. Nennet man auch, wenn man sich mit seuer,heissenwasser u.d.g.verbrannt oder verbrühet hat,so,daß davon gros-se blättern und blasen auflauffen und heßliche brandmalc zu-rück bleiben. Diesem vorzukommen, soll man alsofvrt sol-che dinge auflegen, so die Hitze ausziehen. Worzn für andernsicher und nützlich nachfolgende stücke mögen gebrauchetwerden. Als nemlich saitz aufdcn verbrannten vrtgestreuet,und gegen das feucr gehalten; oder nur blossen tischer-fürnißaufgestrichen. Man nimmt auch wohl ziegen-milch mitdem rom, ein wenig ungelöschten kalck und Honig, rührtes fleißig um, daß ein Pflaster daraus werde, damit den vrtgeschmierct, heilet auch gut.
Brand, kalte brand: Osnarsena, Iznisd. ^larcelli, IZnIsk'erlicus : Wenn ein theil am menschlichen
leibe durch eine gewaltige innerliche entzündnng, die beydesdas blut und den nahrungs-safft gäntziich austrocknet, ange-griffen wird,so, daß es immer mehr und mehr beginnet unem-pfindlich zu werden und zu sterben, so nenen es die ärtzte einenbrand. Diesem nun muß entweder durch die darzu dienlicheartzney-mittel oder durch abnehm-und absägung des gliedes,worinn er ist, vorgekommen werden, wofern er nicht in kur-Per zeit den gantzen leib anstecken, und also dem menschendas garaus machen soll. Unter denen Mitteln, so den kaltenbrand löschen können, wird für andern gerühmet, Salmiscanderthalb loth mit einem maß urin,wenn es seyn kan,vondem paticntcn selbst, gesotten, und mit tüchern fleißig über-schlagen, oder starcker wein-eßig mit wenigem campffcrund frischen küh-mist, durch einander gerührt, und alle 6.stunden frisch umgeschlagen. Wann der brand zu den pferd-wuttden schlägt, so ist keine bessere löschung, als daß mantauben-koth in einem kolbcn brennet, und das wasser davonin den schaden gießet. Hohb.
Brand. Ist bey den fcuerwerckern das aus geriebenem undund mit sein geflossenen kohlen vermengtem pulver gemach-te zeug, weiches zu lauff-feuern, zündern,». d. g. gebrauchtwird. Brand oder brändigcn heißen auch lange
dünne hülsen, die mit einem brand- zeug angefüllet, das kei-ne funcken, sondern nur eine helle flamme giebt. Man kanihr allerhand färben, als weiß, rosh/bla» rc. geben.
br<r
Brand-bock, Brand-ruthe. Die eiserne gestelle aus demHerd, oder im camiN/daraufdas holtz gcleget wird, damit esleichter anbrenne. Die so man in camine stellet, pflegen andem fordern ende mit mcßingne» oder silbernen kugeln undandern figuren geziert zu werden.
Brander, Brenner: luccailieeiL novis > Ein al-
tes schiff, das mit pech,schwefe>, pulver und andern derglei-chen bald feuer-fangcnden und brennenden Materien ange-füllet ist, und unter die feindlichen schiffe, um solche anzu-zünden, geführet wird. Der Lspirrin von solchem schiff,wird aisobald, wenn er gefangen ist, ohne eintzige gnade, auf-gehenckct.
Brand-fuchs, Im reitstall, ein gewisses haar
der pferde, wird auch schweiß-fuchs genannt-Brand-kugel, s. Lsrcslle.
Brand-Iarrich, s. Huflattich.
Brandmal, Brand-merck: drh-ma, -ä- Ein a»f
der stirn, a.ssvie backe, in die Hand, oder auf den rücken einesMissethäters mit einem glühenden eisen eingebranntes zei-chen,welches unter die leibcs-straffen gczehlcr, und gemeinig-lich an falschen brief-tragern, spitzbuben, wild-dieben re.ausgeübet wird. Der Käyser LonÜLnrinuü der grosse hatdergleichen Mähler in das gefleht zu machen verboten. Beyden alten Römern wurden die leibeigenen knechte mit einembrandmalgezeichnet, damit, wann sie entlausten woiten, siesich nicht leicht verbergen könten.
Brand-mauer, s.N^cMeU.
Brand-otter, fs
Brand-pfahl. Ein eingegrabener pfähl, daran ein Missethä-ter ist verbrannt worden.
Brand-probe. Das stückgcn silber, so der Mardern aus dembrand-stücke schlägt, um zu sehen, ob es recht gebrannt sey.Rößl.
Brand-ruthe, s. Brand-bock.
Brandschätzung, Lxsätio uüliksria, pro reckimenüo incen-
tlio, Dasjeni-
ge geld, welches zukrieges-zelten der feind von städtcn undgantzen landcrn sodert, um dieselbe mit feucr und brand zuverschonen. Es darff dergleichen kein Ollicicr vor sich be-gehren, sondern er muß darzu ordre von ftinem Herrn haben,sonst ist inan nicht schuldig solche zu erlegen.Brand-schlange, s. Natter,
Brand-silber, Brand - stück. Ist dasjenige silber, so dersiiber-breimer bis auf 15 . lvth, -6- gran fein gebrannt hat-
Gchonb.
Brand-stein, s. Ziegel.
Brand-wachr. Ein schiff, so bey einer kriegs-flotte vorausgesellet wird, die wacht zu halten, gleichwie zu lande die vvr-wachten.
Brandtweitt, 8pirinis krumenri, Vinurn sublimorum: kis»Ein starckes, hitziges gettäncke, so in wein-ländemaus wein-hefen, in bicr-Iandern aus bier-hefcn, wie auch ausgeschrotenem auf gewisse weise zugerichtetem rocken oderweitze» mit wasser in einem grossen kupffernen gefäße,welchesman eine blase nennet, abgezogen wird. Endlich hat dienoth oder gewinnsucht gelehret, wie auch aus wein-trestcrn,aus wacholder-beeren, aus cbresch-beere», und aus allerleyobst brandtwei« zu gewinnen. Den gemeinen körn - brandte-wein ka» man mit allerhand kräutern und gewürtze, nachwelchen er schmecken und heißen soll, aufs neue abziehen, undihm verschiedene färben geben, alsdcnn wird er aguavit ge-nennet. Derbrandtewein unter oder nach den speisen ge-nommen, Mächt eine Me Verdauung,und kömmt dämm dem
magcn