Band 
Erster Band.
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Liebe und himmlische Güte nicht schäzen und lieben,wenn ich selbst nicht liebe, wenn ich nicht den Werthund Göttlichkeit der Güte erkenne, die in meinemWohlthäter wohnt. Ich werde die Befehle meinesSchöpfers selbst, wie schwere Lasten, ungern anneh-men und nicht erfüllen, wenn ich nicht gewiß bin, idaß Er nur aus Liebe mir Geseze gab; daß der Schöp-fer der schönen Erde und des prächtigen Himmelsunendlich mich liebt, und nur Liebe ohne Grenzenseyn kann —

So sollten alle Menschen fühlen , und Ihn s»mit Jnnbrunst anbethen. Aber ich weiß, daß wirnicht ganz göttliches Wesens sind, nicht nur Geist,auch Fleisch ist der Mensch, das Sichtbare hak unsdie Erkenntniß des Unsichtbaren genommen, weil wirdie Kreatur mehr lieben, wie ihren Schöpfer. Auchdie Weisen unserer und der verflossenen Zeit kennendie Gottheit nicht besser, und reden nicht mit derEhrfurcht, Liebe und Glauben von Ihr, wie dasKind von Ihr spricht, das zuerst zur Sonne seineAugen aufhob, und das täglich aufgehende Wundermit stillem Erstaunen bemerkte. Nicht tiefe selbstge-suchte Weisheit der Menschen konnte uns das geben,was der Schöpfer allein in unverdorbene Herzen scheu«ken, oder zur demüthigen Betrachtung zurükgekom-menen Menschen mittheilen will. Auch der aus Jr-thümern und dem berauschenden Genusse der Welt ge-gen sich selbst gekehrte Mensch fühlt immer zu vielDunkelheit und Entfernung von dem ersten Stand«des geschaffenen Menschen/ als daß er durch Betrach-tung