Dem Vater war die Nachricht gebracht, daßetwas an seinem Lieblings - Stük verändert und ver-dorben worden sey — — Hin eilte der gegenwärtigeSohn, dee's an des Vaters Seite vernahm, in seinCabinet, das er sein Heiligthum nannte, und sah —und stand, und sah und weinte— „das hat ein„feindlicher Mensch gethan! " O Unschuld ! Unschuld!— du bist Laster geworden! So sollte meines VatersArbeit aussehe»! und wenn ich mein Leben darüberverlieren und mich blind arbeiten müßte — so soll'smein Vater nicht wieder sehen! >— Verruchter, derdas that — und meines Vaters Meisterstük so ver-darb — aus Neid und Eigennuz! Nein! sterbenwollt ich, eh du's haben sollst — sterben, ehe es al-so bleiben soll. Der edle Sohn, voll vom Genieseines Vaters, hatte das Geheimniß, den Firniß auf-zulösen , und den aufgeklebten Quark von Farben wie-der wegzubringen -—> Allein man kann denken, wieviel vom ersten Originale sich mit wegriß -— dochder Wust war weggearbeitet — traurig stand derSohn vor der verwüsteten Unschuld -— aber im Voll-gefühl seines Schmerzens und seines Genies, nahmer Pinsel und Farbe >— und arbeitete mit unbe-schreiblicher Begeisterung, neue Kraft, neues Le-ben ins Ganze hinein — die ersten Grundzüge warenihm immer noch sichtbar, waren ihm heilig — er schwiz-te bey der Arbeit — Unschuld—Unschuld >— du bist nichtmehr zurük zubringen — aber ich will thun, was ichkann -— und eS gelang ihm, daß er sich königlichfreute seiner Arbeit — Unwiederbringlich war die Un-schuld
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