Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

fehrten: Behüt' Gott, wie hat mir der Teufel dießOrganon geschändet! kehrte sich alsvbald zum Fenster,uud betete ernstlich zu Gott. Allda, sagt sukheruS,mußte mir unser Herr Gott herhalten, denn ich warfihm den Sack vor die Thür, und rieb ihm die Ohrenmit allen promiilioiiibus exLuäienclarum xresum(Verheißungen von Gebethserhörung) die ich in derheiligen Schrift zu erzählen wußte, daß er mich muß-te erhören, wo ich änderst seinen Verheißungen trauensollte.

Hierauf ergreift er Philippum bey der Hand,und spricht: dono Lnimo etto, Philipps, nonnwrieris. — (Sey guten Muths, Philipp, du wirstnicht sterben. — ) Obwol Gott hätte Ursache zu röh-ren, so will Er doch nicht des Sünders Tod, sondern,daß er sich bekehre und lebe. Er hat Lust zum Lebe»und nicht zum Sterben; hat Gott die allergröstenSünder, so je auf Erden kommen, als Adam undEva, zu Gnaden wieder berufen und angenommen,vielweniger will Er dich, mein Philippe, verstoßen,noch in Sünden und Schwermuth verderben lassen,darum so gieb dem Trauergeist keinen Raum, undwerde an dir selbst kein Mörder, sondern vertraue demHerrn, der tödten und wieder lebendig machen, ver-lezen und verbinden, schlagen und wieder heilen kann.Denn Lutherus wußte wohl seines Herzens und Ge-wissens Anliegen.

In solchem Ergreifen und Ansprechen fangt Phi-lippus an, wieder Athem zu holen, konnte aber dochlange nichts reden, bis über eine gute Weile, d»N 2 wendet