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Religion. . . Tugend um Gottes willen?wie Spalding sagt. Ja und nein! alle Tugendum Gottes willen ist Religion; aber nicht alleReligion ist Tugend um Gomö willen. Tu-gend —- wie was ganz anders, als Religion,so sehr sie mit Religion zusammen stießen kann,und soll, und muß! Dennoch läßt sich Tugendohne Religion, und Religion ohne Tugend—— ohne Tugendhandlungen wenigstens, woAnlässe fehlen — —— gedenken. Tugend istGeistes starke — Uebermacht der Vernunft überLeidenschaft. Uebermacht des Rechtgefühlsüber reizendes Unrecht. Glaube, (aber nichtGlaube an Gottheit oder unsichtbare Welt.)Glaube , daß meinem innwendigen Menschen rvoh-ler seyn werde, wenn er gewißen reizenden sinnli-chen Vergnügungen sreywillig entsagt. Starke desGeistes, die aus diesem Glauben entspringt, undmir'S möglich macht, Vergnügungen, zu denen ichkein anerkanntes Recht fühle, von deren Genußich Reue oder Schaden zu befahren Ursache habe,zu entsagen —- ist Tugend.
Der Tugend eigentliche Welt ist die gegen-wärtige, die sichtbare; der Tugend, in so fernsie nämlich bloß Tugend, und nicht mit Religionlintirt oder genährt ist. Der Ungläubige, derAtheist kann tugendhaft seyn. Er kann's dermenschlichen Gesellschaft Vortheilhast finden -- undvvttheilhaft für sich — auch bey starken Rei'zun-
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