von den Vorbedeutungen. 6i
Meten; wie man noch heute zu Tage saget: es redetejemand von ihnen in ihrer Abwesenheit.
4. Das Niesen. Dessen Vorbedeutung war zwei-felhaft, und konnte, nach Beschaffenheit der Umstände, gutoder übel seyn. Daher grüßte man die niesende Perlon, undthat Wünsche für ihre Erhaltung, deren Formel asUhieß- und das deswegen, um alles Widrige abzuwenden.Das Niesen vor Mittage, das heißt, von Mitternacht an,bis zu Mittage, ward nicht für gut gehalten ; den übri-gen Tag aber, war es bester. Unter dem Niesen nach Mit-tage, hielt man das, was von der rechten Seite kam, fürdas beste: allein den Verliebten wußte die Liebe, wennman dem Cacull glauben will, dasselbe zu aller Zeit vor-theilhaft zu machen.
Die unverhofften Lalle. Als Lamillus nachder Eroberung von Veja, die große Menge Beute sah,die man gemacht hatte: so bath er die Götter, sie möchten dochdurch irgend ein geringes Unglück den Neid abwenden, densein oder der Römer Glück erwecken könnte. Indem ernun diese Bitte that, so fiel er, und diesen Fall sah mannachmals für die Vorbedeutung seiner Verbannung, und dergallischen Eroberung von Rom an. Die Bildseulen derhäuslichen Götter des LTlero, waren einmal am erstenJenaer umgefallen, und man zog daraus die Vorbedeutungdes nahen Todes dieses Prinzen. Wenn man im Ausgan-ge durch eine Thüre mit dem Fuße an dir Schwelle stieß,oder den Riemen am Schuh zerriß; oder wenn man vomStuhle ausstehen wollte, und mit dem Rocke hängen blieb,so ward dieß alles für ein übles Zeichen gehalten.
6. Die Begegnung gewisser Menschen oder Thiere.Ein Mohr, ein Verschnittener, ein Zwerg, oder auch einungestalter Mensch, dem sie des Morgens, wenn sie ausdem Hause giengen, begegneten, erschreckte sie, und nö-thigte sie, umzukehren. Der Anblick einiger Thiere warglücklich, z.E. des Löwen, der Ameisen, der Bienen : al-lein andere Thiere bedeuteten lauter Böses, als z.E. die
Schlan-