Band 
Erster Theil.
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von den Vorbedeutungen. 6z

Allein es war nicht genug, daß man auf die Vorbedeu-tungen nur acht gab ; man mußte sie auch, wenn sie gün-stig zu seyn schienen, annehmen, damit sie ihre Wirkungthäten. Man mußte den Göttern dafür danken, die manfür deren Urheber hielt, und sie um deren Erfüllung, jaum neue Vorbedeutungen anstehen, durch welche die ersternbestätiget würden. War aber die Vorbedeutung übel, soverwarf man den Entschluß mit Abscheus; man bath dieGötter, deren Wirkung abzuwenden, wenn dergleichenVorbedeutung sich von ungefähr zugetragen : denn hatteman sie begehret, so war kein andrer Rath, als daß mansich dem Willen der Götter unterwarf.

Man beugte den Vorbedeutungen auf vielerley Art vor.Eine der gemeinsten um die Wirkung einer Rede, oder eineswidrigen Gegenstandes abwendig zu machen, war, daßman geschwinde ausspie; und auf solche Weise dachteman auf einige Weise das Gift, welches man eingesogen,von sich zu werfen. Wenn man nicht vermeiden konnte,sich einiger Worte von widriger Bedeutung zu bedienen: sogebrauchte man die Behutsamkeit, mit einer ausdrücklichenVerabscheuungöformel, welche dem Gemüthe angenehmereund lieblichere Bilder erweckte, solche Ausdrücke zu mil-dern. Anstatt daß man also sagte, ein Mensch wäre todt;so sagte man : er bar gelebt. So nennten auch dieAthenienftr, das Gefängniß, das Haus, den

Henker, den öffentlichen Mann; die Furien, dieEu^menidSn; oder die kläglichen Göttinnen; und sodas übrige.

lv. Vaillant