Band 
Erster Theil.
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Leben. 415

Das ägyptische Papier, die Rinden und andere Sachenauf denen man schrieb, werden untersuchet. Die Gleich-förmigkeit der Buchstaben wird in6 Licht gesetzet. DieSchreibart und der Geschmack der verschiedenen Jahrhun-derte die Arten zu datiren, der Gebrauch der Unterschriftten und Siegel, nichts entgeht den Anmerkungen unsersSchriftstellers, und sein Geist zeigt sich so gar in der Wahlderer Stücke, die er als Beweise seines Lehrgebäudes an-führet. Alle haben einige merkwürdige Umstände an sich,die sie von der Trockenheit der Materie bewahren.

Dom Mabillon, welcher schon den Gelehrten ausvielen Büchern bekannt war, ward durch dieses diplomati-sche Werk der ganzen Welt bekannt. Der gelehrte PaterPapebroch , ein ankwerpenscher Jesuit, welcher wenig«Zeit zuvor (m fernen kwiegomemz, im zweytenTheile der Leben der Heiligen, Monat April) ver-sucht hatte Regeln davon zu geben ; that fast so fort einenöffentlichen Wiederruf, in einem Briefe an den Dom Ma-billon i68Z, und seitdem hat man wenig ernsthafte Fra-gen von dieser Sache gesehen, über weiche das paristscheParlament, und andere höhere Gerichts des Königreichs,diesen neuen Oedipus nicht zu Rathe gezogen hätten.

Herr Colbcrr dem diese Diplomatick zugeeignet war,'kannte den Werth des Werks schon zum voraus. Er hatteden Dom Mabillon oftmals in wichtigen Angelegenheitengebraucht, wobey es auf die Entscheidung alter Gerechtsa-men ankam; und »r halte denselben nie zur Annehmungeiner Erkenntlichkeit überreden können. Dieser des Ab-schlagens ungewohnter Staatsmann, glaubte damals, daßseine Uneigennützigkett doch einem starken Gnadengehalt«nicht widerstreben würde, und er wollte ihm solches auf dieRegister setzen; allein dieser demüthige Geistliche versicherte,daß ihm in seiner Congregaüon nichts mangele, und daßer die ihm zugedachte Ehre nicht verdiene.

Im i6bzsten Jahre ward er auf des Königes Befehlnach Deutschland geschickt, um in dasigen Archiven und

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