Vaillants Leben. 429
Siege über den pescennius Niger. Der durch den Laufder Flüsse angedeutete Streitplatz; die auf dem Wahlfeldeerbaueken Siegömäler; die gefangenen Anführer; die demSieger zu Ehren errichteten Bildseulen; alles entwickeltesich in einer so natürlichen und prächtigen Ordnung, daß,wenn den mittelmäßigen Kennern ja noch einiger Zweifelübrig blieb, so war eö nur der, ob nicht die Münze der Er-klärung wegen gemacht worden.
Herrn Vaillants Geschicklichkeit schränkte sich gleich-wohl nicht bey dergleichen einzelnen Erklärungen ein. Auchin großen Unternehmungen kam er eben so glücklich fort;und was er uns von einem Tractate über die Gelübde derAlten vorgelesen, das zeiget zur Gnüge, daß er von Naturein Geschicke zu Lehrgebäuden besessen, welches denenjenigenso nöthig ist, die irgend ein weitläuftiges Werk unternehmen.Er vollendete dieses Werk, als wir den Herrn Vaillantseinen Vater verloren.
Dieser seltene Mann, den diese Akademie noch immerbedauren wird, hatte uns kurz vor seinem Tode eine neueErklärung einiger abgekürzten Wörter, oder derer Anfangs-buchstaben versprochen, die in dem Abschnitte fast aller gol-denen Münzen des verfallenen Reichs, zum mindesten seitdes großen Constanrins Kindern, bis auf den isaurifcbenLeo, stehen. Herr Vaillant, sein Sohn, sah dieses Ver-sprechen für die vornehmste Schuld in seiner Erbschaft an.Er erinnerte sich dessen, was seinem Vater dann und wannvon dieser Sache entfahren war, und er brachte aus eigenenKräften alle Beweise zu seines Vaters Muthmaßungen dar.Inzwischen daß die Welt den Ausspruch thut, welchem vonbeyden, in so sonderbaren Fällen die Ehre eines Werks ge-bühre, so wird sie es nicht verargen, wenn wir dieselbe zwoenPersonen in gleichem Maaße zutheilen, die sich selbige einan-der niemals würden streitig gemacht haben.
Ungeachtet Herr Vaillant übrigens seinen Vater zweyvolle Jahre überlebet hat, so scheint es doch, daß wir sie bey-de fast zu gleicher Zeit verloren; indem er in diesen zweyen
Iah-