4ZL i-xxm. Des Paters
allein man sah nicht sowohl auf die Vortheile seiner Geburt,als aufdieMerkmaale seines innerlichen Berufs: denn seineGottesfurcht und sein Verstand waren sehr groß.
Nachdem er nun auf eine erbauliche Art die zweyjäh-rige Probe ausgestanden, so lernte er die Philosophie zuLyon, und seine besondere Fähigkeit zu dieser Art von Stu-dien zeigte sich gar bald. Er kam seinen Lehrern in den Er-klärungen fast allezeit, ja oftmals in ihren Entdeckungen zu-vor. Das gemeine Beste der Schule nun verstattete nicht,daß man einer so schnellen Einbildungskraft folgte, die nichtsowohl fähig war, einen Nacheifer zu erwecken, als diejeni-gen abzuschrecken, deren Fähigkeit mittelmäßig war. Manhielt also für rathsam diesen lebhaften Kopf durch eine wich-tige Abwechselung einzuschränken und ließ ihn mit der Welt-weisheit zugleich, die Mathematick und schönen Wissenschaf-ten, unter dem Pater von Aip, seinem Vätter, durchgehen.
Als der Pater la Lhaize diese ersten Uebungen vollen-det hatte, brauchte man ihn, nach Gewohnheit des Collegii,eine zeitlang zu einem Lehrer der freyen Künste. Darauflernte er die Theologie, und sobald er damit fertig war, schickteman ihn nach Rhodez um sich zu den lehten Gelübden da-selbst vorzubereiten.
Diese Veränderung der Provinzen geschah bey Gele-genheit eines rouloujrschen Jesuiten, welcher aus besondernUrsachen von Rhodez nach Lyon kommen mußte. SeineStelle nun mußte ersehet werden und man erwählte den Pa-ter la Chaize dazu, als den würdigsten Gegenstand, denenHäusern Ehre zu machen, allwo er bisher war erzogenworden.
Im folgenden Jahre kam der Pater laChaize wieder-um in seine Provinz zurück und lehrte in dem Collegio zuLyon öffentlich die Philosophie. Einen so vollkommenenLehrer hatte man daselbst noch nicht erblickt; sein Ruhm aber,zog ihm auch gar bald eine Menge fremder Schüler zu.
Seine Art zu lehren war sonderbar und hatte unstrei-tig ihre Vortheile. Anfänglich erklärte er die Frage und
zeigte