Band 
Zweyter Theil.
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!OF xvn. Hrn. Abt Vertöts Abhandlung,

die man denen gemacht hat, welche sich der persönlichenReden gar zu oft bedienet, und darinnen dem Homer garzu sehr nachgeahmet haben: gleich als ob das Heldengedichtnicht ganz andere Regeln hätte, als die Geschichte.

Der Abt Verror hat im 171z Jahre der Akademieeine Abhandlung vorgelesen, darin» er behauptet, daß derGebrauch der Reden, selbst der persönlichen, nicht allezeitzu verwerfen sey; insonderheit, wenn sie nicht gar zu häu-fig vorkommen. Er findet, daß sie der Geschichte eineangenehme Abwechselung ertheilen, indem nichts verdrieß-licher ist, «ls eine trockene Erzählung, die immer in einemTone fortgeht. Wenn nur die Sache selbst, sagt er, ge-treulich erzählet wird, so bleibt die Wahrheit allezeit un-versehrt, es sey nun, daß der Geschichtschreiber sie selbsterzähle, oder die Person, von der die Rede ist, selbst re-dend einführe.

Man wisse zum Exempel, daß Germanicus auf demTodbette zu seinen Freunden gesagt: daß, wenn er gleicheines natürlichen Todes stürbe; er dennoch Ursache habenwürde, sich über die Götter zu beschweren. Ist denn dießnicht eben das, was Tacitus ihm selbst in den Mund legt:Wenn ich eines natürlichen Todes stürbe; so hatte ich Ur-sache, mich über die Götter zu beschweren. Die Rede derVeturia betrifft doch immer dieselbe Sache, und die Ge-schichtschreiber, von welchen sie angeführet wird, mögennun von einander abgehen, wie sie wollen: so sieht mandoch wohl, daß ihr einziger Zweck gewesen, den Coriolanzu bewegen, daß er sich von Rom entferne. Hat Cäsardie persönlichen Reden auf eine andere Art gebraucht, alsThucydides, Livius und Sallustius: so haben auch bloßeNachrichten keiner so großen Lebhaftigkeit, noch so vielerZierrathe nöthig, als eine ganze Historie. Der Abt Ver-lor glaubt nicht einmal, daß man sich von diesem Gebrau-che entfernen könne, ohne der Geschichte einen merklichenTheil der Thaten, insonderheit in republikanischen Staaten,zu rauben. Denn ein Geschichtschreiber muß, so viel

sichs