Band 
Zweyter Theil.
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im Auxerrischen Gebiethe. 345

nate,und es sey nun, daß er sie ausgehungert, wie einige Ge-schichtschreiber sagen, oder sie mit Sturme erobert, wie an-dere versichern; so ist es doch gar zu wahrscheinlich , daßdieser Prinz, bey einer so langen Belagerung, viel Leuteverloren , und für eben dieselben mag diese große Mengevon Särgern seyn verfertiget worden.

Hier kömmt nun gleich eine große Schwierigkeit vor,nämlich daß alle diese Särger nie gebraucht zu seyn scheinen.Herr von Mamour antwortet hierauf, daß vielleicht dieEigenschaft des Steins, woraus sie gemacht gewesen, dieLeichen in kurzer Zeit verzehret habe. Es würde auch leichtseyn die Probe zu machen, ob diese'Muthmaßung Grundhabe. So viel ist gewiß, daß plinius von einer Art voneinem Steine redet,den man in Troas,nahe beyder StadtAssus gefunden, und der in vierzig Tagen die Leichen inStaub verwandelt hat. Dem sey wie ihm wolle, so mußdoch dieser Stein eine ganz besondere Eigenschaft haben:weil Herr von Mautour von einem burgundischen vonAdel erfahren, daß die Pferde, die aus einem solchen Sar-ge, als aus einem Wassertroge, gesoffen, fast alle gestorben;und daß, wenn man ihnen eben dasselbe Wasser aus einemhölzernen Gefäße gegeben, ihnen nichts Übels begegnet sey.

Dem allen ungeachtet, glaubt Herr von Mautourdennoch , daß das Gräberviertel ehemals eine Niederlagevon Särgen gewesen, ein Waarenlager; wohin man diefertigen Särge von Champ-Aotnrd gebracht, um vondort an diejenigen Orte abgeführet zu werden, wo man ih-rer benöthiget wäre. Was ihn noch mehr bewogen, aufdieser Meynung zu bleiben, ist eine alte Handschrift aus demBüchervorrathe desHerrn deSavigny Präsidenten a Mor-tier im Parlemente zu Dijon, in welcher er gefunden, daß esim XIII. Jahrhunderte zu (iüuarrees, und in den umliegendenGegenden,eine ansehnliche Menge steinerner Särger gegeben,welche nie gebraucht worden, und die ganz unn üh liegen geblie-ben wären, seitdem der Gebrauch aufgekommen wäre, dieLeichen der Christen in den Kirchen zu begraben.

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