Band 
Zweyter Theil.
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Herrn Abts TaÜemant. 413

vatpersonen zuweilen eine Ehre machen und deren Wieder-erstattung das gemeine Wesen sich allezeit zueignet.

Die französische Akademie wandte gar bald ihreAugen auf einen so geschickten Gegenstand. Er war nurzwey oder drey und zwanzig Jahre alt, als sie ihn erwah-lete, des berühmten Dichters, Herrn Gombauds Stellezu ersetzen. Also ward er in einem Alter, in welchem erohne Erlaß, auch nicht an die geringste obrigkeitliche Wür-de im Reiche hatte denken können, mit einhälliger Stim-me unter die Orakel der Nation versetzt.

Das Glück war ihm so günstig nicht, als die Musen.Herr Abt Tallemanr, der im Ueberflusse gebohren, inder großen Welt erzogen, und zu den höchsten Ehrenstellendes Witzes gestiegen war, verlor auf einmal, seinen Vater,dessen Schwiegervater, und mit ihnen, alle Hoffnung ei-nes großen Erbtheils.

Herr Tallemant hatte einen Stamm von mehr alshundert tausend Pfund Einkünften, durch seine Verschwen-dung in dem Rentwesen und durch einige Gelder, die er imSpiele an den Cardinal Mazarin verlohren, eingebüßet.Herr von Montoron. hatte seinerseits, unsägliche Schä-tze eben so leicht verthan, als er sie gesammlet hatte:und wenige Tage vor seinem Tode, hatte die Justitzkam-mer alles sehr sorgfälltig aufgehoben, was durch seinePracht noch nicht erschöpfet worden war.

Die Frau Tallemanr hatte alle Mühe in den Ueber-bleibseln dieser zwo Erbschaften nur so viel zu finden, daßsie mit fünf Kindern davon leben konnte. Ihre Versor-gung lag ihr auf dem Herzen: denn sie waren noch garnicht versorgt. Gleichwohl, wenn ihre Freunde sie aufdiese Sache brachten, so sagte sie, und meynte den Abt:zu allein Glücke ist doch dieser eine versorgt! weiler in der französischen Akademie war. Dieser Satznun war eben nicht nach der strengsten iogik eingerichtet;

allein