Band 
Zweyter Theil.
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Herrn Michael Pinarts. 477

als ihm jemand anders gewesen seyn würde, welcheraußer diesem Eifer, viel geschickter gewesen wäre.

Die Liebe zum Hebräischen war damals viel allge-meiner als ansitzt, und da man in Paris fast nieman-den hatte, als den Herrn pinart, welcher mit Be-quemlichkeit darinnen Unterricht geben konnte: so hatteer eine Zeitlang vielen Zulauf. Man sah sogar Schü-ler von ansehnlichem Stande bey ihm, und seine gelindensanftmüthigen Sitten sowohl, als seine Fähigkeit, mach-ten ihm aus allen seinen Lehrlingen Freunde und Gönner.

Sein Ruhm verschaffte ihm gleich anfangs dasAmt eines untern Lehrers in der Mazarinisthen Stif-tung, und nachmals auch in gegenwärtiger Akademie eineSchülerstelle, die er bis ins 1712 Jahr behalten, als erzum Domherrn nach Gens beruffen ward.

In dieser Zwischenzeit, die länger als fünf Jahrewährete, hat er unsere Gesellschafft oftmals von allerleyMaterien unterhalten, die alle auf seinen Hauptzweck hin-aus liefen. Z. E. von den jüdischen und samaritani-schen Münzen, von denen Talismanen, die mit hebräi-schen oder arabischen Wörtern bezeichnet sind, und end-lich von den ersten und wahren Buchstaben unserer äl-testten Bibeln. Ja sogar seitdem man ihn. zum Be-jahrten erkläret hatte, weil er Domherr geworden war,und zu Gens leben mußte, brachte er dennoch zuwei-len , bey seinen kleinen Reisen nach Paris, der Akademiedie Fortsetzungen .seines Fleißes mit. Die letzte Ausar-beitung, so er hier vorgelesen, lief auf die Frage hinaus,ob David den Leibrock des Hohenpriesters angelegt habe,um den Herrn selbst zu fragen. Er meynte, er könnegegen die meisten Dollmetscher behaupten, daß der Ori-ginaltext des i Buches Gammlis, welcher mit diesenWorten der pulgata opplica sä nie klpbttci, überein-stimmet, nichts mehr bedeute; als daß David zum ho-hen Priester gesagt: er solle sich mit dem Leibrocke ihmmehr nähern; und er bestärkte seinen grammatikalischen

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