Band 
Dritter Theil.
JPEG-Download
 

196 xxv. Fmguier, Untersuchung:c.

Man kann glauben, daß dieser pindarische Ausdruckzum Sprüchworte geworden, und das Sprüchwort so ge-heißen : ö V 0 /X 2 L /Z«mXkv5-; dahingegen Pindar

sagt: ö Troevr-»!' /3«o-,/VkuL. Dieß ist ein großer Un-

terschied: denn eines heißt, das Gesey herrsche überalle Dinge, es ordne sie, und ertheile ihnen ihrenliVerrh; das andere aber, nach dem vindar, will sagen,diejenige Art des Geseyes, welche über alles Herrscher,sey das Gesetz des Mächtigern; und eben hierauf scheintHerodoc nicht Acht gegeben zu haben.

Clemens von Alexandrien und Origenes habenes nach dem Sinne der Stoiker genommen, und durchein Gesetz der Vernunft, fast nach Her Art ver-standen , wie Cicero dasselbe im ersten Buche von Gese-tzen erkläret. Sie betrügen sich aber unfehlbar; und ihr,zwar unschädlicherer Irrthum als Herodots seiner, rühretdaher, daß sie auf dasjenige nicht Acht gegeben, was allemAnsehen nach, in pindars Gesänge vorhergehen würde,wenn man ihn noch ganz hätte; und was in placons Gor- I

glas folget, da sie pindars Stück nicht gehabt haben.Uebrigens ist nichts gemeiner, als daß berühmteSinnsprü- !che verkehrt angeführet werden, die in dem Munde solcher jLeute zu Sprüchwörtern geworden sind, von denen ^sie nicht einmal verstanden worden.

XXVI.