XI.VI,
Herrn FommontsAbhandlung von
der chinesischen Gelehrsamkeit.
1722.
ersten Bestrebungen unserer Vater, sich der Bar«barey zu entreißen, darinnen sie in den Zeiten derUnwissenheit gesessen hatten, blieben bey der Erler-nung der lateinischen Sprache stehen. Sie sahen indessenbald ein, daß dieselbe noch nicht hinlänglich war, und füg-ten ihr daher noch die griechische Sprache bey. Die Reli-gionsstreitigkeiten und die Begierde, den wahren Sinn derheil. Schrift heraus zu bringen, bewogen dieGottesgelehr-len, und nachmals auch andere Gelehrte, das Hebräische,Chaldaische, und andere Mundarten der heiligen Sprachezu lernen. Bald darauf setzte man noch das Arabische hin-zu. Da nun die Araber sich der Wissenschaften in derjeni-gen Zeit eifrig beflissen hatten, als die Abendländer in einerfast gänzlichen Unwissenheit aller Wissenschaften steckten: soerlernte man aus den Übeln lateinischen Uebersetzungen ara-bischer Schriftsteller, sowohl die Arzneykunst, als Stern-kunst und verschiedene andere Theile derMathematik.
Die Schiffahrten der Portugiesen nach den Morgen-ländern , hatten den Europäern den Weg zu einer neuenWelt eröffnet. Der Eifer der Glaubensbokhen suchte dieKenntniß des Christenthums dorthin zu bringen; und indieser Absicht erlernten sie die Sprachen des morgenlandi-schen Indiens, ja sie gaben auch Sprachlehren und Wör-terbücher davon heraus. Hieraus entstand ein neues Fachdes Wissens, darauf sich aber die Gelehrten wenig und nur