über ein Sinngedicht im Martial. 99
Da nun die letzte Lesart von dem Verfasser einerAbhandlung angenommen worden, die in dem Tagebu-chs von Trevoux, im May des i?z2ten Jahres, den4;ren Artikel ausmacht und auf der 87Zten Seite steht,so hielt sich Herr de la Darre verbunden, die erstere zurechtfertigen.
Der Verfasser dieser Schrift behauptet, man müsse
novenoü lesen: weil er meynet, man habe vier undachtzig Stück Silbermünze für drey Goldpfennige ge-geben. Herr de la Barre hingegen, glaubt daß manfür drey Goldstücke, nur fünf und stebenzig StückSilbermünze gewechselt, und indem er dieses beweist, sostreitet er für daS ärr novenos.
Anfangs ist es gewiß, daß das Gold und Silber sichin alten Zeiten, wie eins zu zwölfen verhalten; das heißt,daß man für ein Stück Gold, welches z. E. zwey hun-dert Gran gehalten hätte, nach dem Gesetze, eine An-zahl von Silberstücken gewechselt bekommen, die dasGe,wicht von zwey tausend vier hundert Gran gehalten.Eben so gewiß ist es, daß bey den Römern, eben wiebey uns, die Einwechselung des Goldes und Silbers nachden Gesetzen geschehen ist; welche das Gewicht bestimme-ten, so die Münzen von beyderley Metalle haben sollten.Diese zween Grundsätze, sagt Herr de la Barre, müs-sen zwischen dem Verfasser jener Abhandlung und zwischenihm, den Ausschlag geben, wenn man noch einen Um-stand hinzufüget, der gar keine Schwierigkeit leidet:nämlich, daß man seit der Zeit des Triumvirats, oderauch wohl noch eher, eine Gewohnheit gemacht, die Geld-sorten zu vergringern; ohne daß ihre Vergringerung imWechseln, eine Aenderung hätte nach sich ziehen kön-nen, weil es betrügerisch und den Verordnungen zu-wider gewesen wäre.