Band 
Fünfter Theil.
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xxi. Souchays, Antwort

gleichwohl das erste Urtheil, welches sie sogleich davon ge-fällst hatte, im mindesten änderte; indem sich auch HerrSchöpflin selbst, in den feierlichsten und höflichsten Aus-drücken, demselben schon zum voraus unterworfen hatte.Allein diese Höflichkeit selbst war Ursache, daß der HerrAbt Souchay, den dieser Streit insbesondere betraf, esüber sich nahm, die ersten Gedanken der Akademie, durcheine neue Verantwortung zu rechtfertigen.

Bey dem ersten Durchlcsen des dem Livius zugeeigne-ten Fragmentes, schloß man fast einhallig, sagt der HerrAbt Souchay: daß es von diesem Schriftsteller nicht her-rühre, und daß man weder seine Art noch seine Schreibartdarinn erkennete. Man sagt hier seine Art, und nichtsein Character, indem die Art nur einen Theil des Cha-racters macht; und weil, da der Character eigentlich derInbegriff aller Züge mit einander ist (*), man sie unmög-lich alle in einem so kurzen Fragmente finden kann.

Es ist vergeblich, daß man das Alterthum der Hand-schrift beweist: sie ist nicht mehr vorhanden, und man kannnichts mehr davon ausweisen, als die Abschrift einesoder zweyer Blätter, welche Ivlockius verfertiget, derungefähr vor hundert Jahren gelebet hat. Hat aberdieser Alockius eine Nachricht von der Urschrift gegeben?hat er sein? Abschrift genau nach allen Zügen verfertiget?hat er die Doppellaute nicht mit Fleiße ausgelassen? undda er ein sehr witziger junger Mensch gewesen seyn soll, scu-tillimi inoenü jnvenis» kann er denn nicht etwa selbst derVerfasser des Fragmentes seyn? Oder ist das Fragmentnicht etwa von jemanden aus dem dritten, oder viertenJahrhunderte? oder wenn man lieber will, aus einer nochfrühern Zeit? Dieses alles wissen wir nicht. Genug, sagtder Abt Souchay, daß es nicht vom Livius ist, unddie wichtigsten Schwierigkeiten noch immer, auch selbst

nach

(*) lispln, domp.cle 1'yucvcl.