ryo xxiv. Sallier, über Platons Gespräch,
fälligkeit gegen den p)bädrus, einen seltsamen Satz be-hauptet, der dem Gene der Liebe sehr schimpflich war,und er scheuet daher die Züchtigung, die eine so schwereBeleidigung erfordert. Homers und des Stestcporu»Beyspiel erschrecken ihn. Er muß daher diesem Gotteeine Ehrenerklärung thun; und indem er dessen Verthei-digung, wider die seltsame Meynung des Redners unter-nimmt, diesem Gotte einen angenehmen Lobgesang dar-bringen. Um aber des Lpstas Meynung zu widerle-gen, muß er zuerst denen Folgerungen vorbeugen, dieaus dem gegenseitigen Satze entstehen könnten. Diesesnun sind die Absichten, wornach Gokrares sich ganzgenau gerichtet hat.
Die Wiederruffung besteht in einem Lobgesange dener der Liebe singet; es ist eine Ode, die eine strafbareRede aussöhnen soll. Die Musen, die Nymphen, undandere Gottheiten des Ortes allwo er steht, begeisternihn, und geben ihm ihr Daseyn zu erkennen; folglichmuß er sich einer höhern Schreibart bedienen; er mußsie nach dem Maaße des Gegenstandes verschönern, sienach der Würde der Materie einrichten, sich über die un-gebundene Schreibart, ja so gar über die gewöhnliche Poe-sie erheben, welche nach Duimilians erstem Capitel deöX.Buches, nur darum Poesie ist, weil sie sich in eine gewisseAnzahl von Füßen eingeschlossen halt; kurz er muß nichtdie Sprache eines gemeinen Menschen, sondern eines sol-chen Menschen zu erkennen geben, der von einem göttli-chen Geiste ergriffen ist.
Er läßt auch in der That seiner Einbildungskraftfreyen Lauf, und schwinget sich bis in die Wohnung derGötter. Allhier entdecket er die Natur und Eigenschaf-ten der Seele, ihre Unsterblichkeit, das Leben welches sieda unter den himmlischen Heerscharen führet, die Wahrheit,die ihr in diesen obern Gegenden zur Nahrung dienet, denUrsprung ihrer Begriffe, ihrer Empfindungen , und inson-derheit