-er Abtey zu Cisteaux. 22z
Aus dieser Aufschrift erhellet, daß Maria von Bur-gund, die Tochter und einzige Erbinn Herzog Rarls, da
sie mit Ludwigen dem XI. wegen der Erbfolge ihres Va-ters, und der Anforderung des Königes auf das Herzog-thum und die Grafschaft Burgund, streitig gewesen, denPhilipp pc>t im Verbackte gehabt, er möchte sich mit demKönige verstehen, und ihn daher abgedankt hat; woraufer denn aus ihrem Dienste in die französischen getreten.
Was die Ueberschrift IAKl'1' T. VAV1" betrifft, sowill man, daß sie sich auf ein Ebentheuer beziehe, so Phi-lipp por im gelobten lande gehabt haben soll, allwo manihn zum Gefangenen gemacht, und Bajazer derU- ihmnichts als die Wahl gelassen, ob er die Religion verändern,oder einen wüthenden Löwen bezwingen wollte? In derHiße des Gefechtes nun, habe sich der christliche Ritter derJungfrau Maria gelobet, den Löwen erschlagen, und aus-geruffen: HX'I? LUL V^V1> daraus er nachmalssein Feldgeschrey gemacht. Man sehet noch hinzu, daßder von Verwunderung gerührte Sultan, ihm die Freyheitund seinen eigenen Säbel geschenkt: welches ihn demnachbewogen, sein Wappen mit zween Säbeln zu verschränken,die in der französischen Wappensprache L.ictttlsires heißen.Es ist aber viel wahrscheinlicher, daß sie von einer Verbin-dung mit dem alten Hause von Eourrjambe herrühren,welches eben dieses Wappen geführet. Was aber die Be-gebenheit im gelobten Lande betrifft, davon eS ganz undgar nicht ausgemacht ist, ob Philipp pot jemals da ge-wesen: so wäre es sehr natürlich, seine Andacht und Er-kenntlichkeit gegen die Jungfrau Marie, derjenigen Hülfezuzuschreiben, die sie ihm damals erzeiget, als ihn Mariavon Burgund verfolgen: denn man hat in der Kirche1l> L- F. zu Dijon, noch lange Zeit ein Bild aufbewah-ret, allwo er vor einem Martcnbilde knieend gemalet ge-wesen, an welches er diese Verse gerichtet: