Band 
Neunter Theil.
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92 IV. Frerets Anweisung

schast redet, daß dU Ausländer allein sie Alamanni nann-ten, sie selbst aber sich Sueven hießen 6).

Die Ungarn kennen den Namen käunßari eben sowenig, weichen wir ihnen in den Abendländern geben , nochauch den Namen Tourka, den ihnen die Griechen gaben:sie nannten sich in ihrer Sprache Magyarcres oder Ma-gyares. Eben so geht es mit den Calmouken, und ver-schiedenen andern Völkern, die diejenigen Namen, womitdie Fremden sie benennen, für eine Beschimpfung haltenwürden: Ralmouk heißt ein Mensch, der den andern nichtgefolget ist, ein Träger. Endlich hat man auch wohl ge-sehen, daß ein rühmlicher Namen, welchen ein Volk sich ge-geben, bey den Ausländern eine ganz widrige Bedeutungbekommen hat. Die Anrer und Venedec, nannten sichSlaven, das heißt, berühmt; von dem Worte Slava,Aiuhm, Ehre. Die Griechen schrieben diesen NamenundLxA«/?yrs«. Von 6clavi haben wir Scla-ven, oder Leibeigene gemachst.

Neunte Beobachtung.

Neuntens, muß man bemerken, und diese Beobachtung istsehr wichtig, daß, wann der Namen eines Landes, in seinemUrsprünge, nach dem Namen der Nation, des Staates oderdes Volkes gebildet worden, welches dasselbe gleich anfäng-lich besessen, man oftmals fortfährt, ihm denselben auch nachder Vertreibung oder Vertilgung dieses Volkes, dieserStadt, dieser Einwohner noch zu geben, die von andern

Einwoh-

6) Die Allemanner können auch, Alle Mannen, oder alleunmöglich eine schimpfliche Männer, vielmehr rühmlich;Benennung gehabt haben, da und kann unmöglich ein vcr-sie auch den bscum »m-nnum, mischtes, zusammengerafftesd-i. den Aüemannersee, nach Gesinde! anzeigen. Dessen im-sich genennet. Nach der Art geachtet können sie den alten-er deutschen Sprache klingt Namen der Suevcn, d. i. der

Schweifer,