Band 
Neunter Theil.
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-Z4 xi. Galliers Uebersetzung

erstrecken. Wir wollen cllss untersuchen, worinnen dieSammlung derer Vollkommenheiten bestehe, worinnen derGötter ihre Vortrcffiichkeit besteht.

Richtig denken, Weisheit besitzen, Muth und Stand-hastigkeit haben, das sind Vollkommenheiten: das Gegen-theil sind Fehler oder Laster. Der Mensch ist allerley Ar-ten der Unvollkommenheiten fähig: die Götter aber sinddurchaus frey davon. Eine angewöhnte Nachlässigkeit kannman nicht als eine Vollkommenheit ansehen, ihre Ursachesey auch welche sie wolle; die Faulheit, oder eine Trägheit,die durch ein wollüstiges und in den Vergnügungen einge-wiegtes Leben entsteht. Nur dem Menschen allein ist esmöglich, in Nachlässigkeit zu verfallen: weil er sich vor derArbeit fürchtet, oder das Vergnügen liebet. Gott, welcherdiese Neigung am Menschen mit Abscheu sieht, will sie ansich selbst nicht erfahren: und man muß keine Redensartendulden, die ihm dieselbe schuld gäben. Wenn wir nun einwirkendes Wesen vorausstßeten, welchem aufgetragen wäre,wachsam zu seyn; dessen Geist aber sich bloß mit großen Din-gen beschäfftigte, und die kleinen vernachlässigte: was sirr ei-nen richtigen Begriff von ihm könnten wir uns wohl ma-chen ? Hätten wir nicht Ursache zu glaube«, daß er, er seynun ein Gott, oder ein Mensch, bey dieser Aufführung nureinen dieser zween Bewcgungsgründe vor Augen habe: ent-weder die Ueberzeugung, daß die Verabsäumung der klei-nen Sachen dem Ganzen seines Gegenstandes gar nichtnachtheilig sey; oder die Liebe zur Muße und zur Ruhe?Denn wenn man aus Mangel des Vermögens aufhörete,für die großen Sachen so wohl Sorge zu tragen, als fürdie kleinen: alsdann würde man dasjenige keine Vernach-lässigung nennen, was ein wirkliches Unvermögen seyn wür-de, für die Dinge zu wachen.

Nunmehr mögen uns die Ankläger der göttlichen Vor-sehung antworten: Ihr gestehet zu, werden wir ihnen sagen,

daß