aus dem Plato vvn Gesetzen. szy
auf die Erhaltung und das Glück des Ganzen richte.Daß jeder Theil, so viel ihm möglich ist, durch daö, was erthut oder leidet, zum allgemeinen Besten beytragen muß:daß diese Absicht unter der Anleitung gewisser vorgesetztenIntelligenzen ausgeführet wird; in einer Genauigkeit, diesich bis auss allerkleineste erstrecket: welches im Weltgebäueentweder thätig, oder leidend geschieht.
Du selbst, werden wir einem dieser jungenseute sagen,bist nur ein sehr kleines Theilchen dieses Weltgebäues:und gleichwohl gehorsamer dieses Theilchen seiner Bestim-mung, und zielet beständig auf daö Beste des Ganzen. Duweist m m, daß die Zeugung der Dinge geschieht, damitdaß leben des Weltbaueö glücklich sey. Der Weltbau istnicht deinetwegen gewachst; sondern du bist seinetwegen ge-macht: denn ein Arzt, oder ein geschickter Künstler, diebeyde ihre Sache wohl verstehen, machen das, was sie ma-chen, im Absehen auf das Ganze, und betrachten nur dasallgemeine Beste. Nicht der Vortheil des einzelnen Thei-les, wird dem Vortheile des Ganzen vorgezogen, sondernder Vortheil des Ganzen, geht dem Vortheile des Theilesvor. Du überläßt dich dem Murren wider die Vorse-hung, nur deswegen; weil du nicht weist, daß alles, wasdir begegnet, nur zum Besten des Weltbaucs, und deinerselbst geschieht, wie es den Absichten des allgemeinen Schö-pfers der Natur gemäß ist. Da die Seele, welche balddiesem, bald jenem Körper angewiesen ist, allen Arten vonVeränderungen, entweder durch sich selbst, oder durch denEindruck einer andern Seele, unterworfen ist: so bleibt dem-jenigen, welcher die Würfel hält, nichts anders zu thunübrig; als daß er das, was am besten ist, an einenbessern Ort bringe, und das, was schlechter ist, an einenschlechtem, nachdem es einem jeden gebühret, damit allesin der Ordnung, und in gehöriger Verfassung erfun-den werde.
Durch