Band 
Neunter Theil.
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Menschenopfern. 249

daß die Altäre ehemals fast alle mit Menschenblute besu-delt worden.

In Rom brauchete man diese abscheulichen Opferbey außerordentlichen Gelegenheiten ä). Unter vielen Bey-spielen, die die römische Geschichte davon darbeuth, eräugetesich eines der merkwürdigsten in wahrendem zweyten puni-siche,, Kriege. Rom, welches durch die caniusche Nie-derlage erschrocken war, sah diesen Unglücksfall als ein offen-bares Zeichen des Zornes der Götter an, und dachte: es könn-te dieselben nicht anders, als durch ein menschliches Opferbesänftigen. Nachdem man nun, schreibt Liorus c), dieheiligen Bücher zu Rache gezogen: so schlachtete man diein dergleichem Falle verordneten Opfer. Ein Gallier undeine GaUierinn, ein Griech und eine Griechinn wurdenlebendig auf einem von denen öffentlichen Märkten begra-ben; welche seit langer Zeit, diesen der Religion dcs p^umaso sehr zuwiderlaufenden Opfern bestimmet waren. Die-selben wurden im 6;?ten Jahre Roms durch einen Raths-schluß verbothen allein, trotz diesem Verbothe, hatteder Aberglauben sie dermaßen in Ansehen gebracht, und sogar so gewöhnlich gemachet, daß auch Privatleute der Del,lona Menschenopfer brachten; ja daß um dieselben abzu-schaffen, die Gesetze sich mit allem ihrem Ansehen bewaff,nen mußten.

Bey den Griechen waren sie nicht so gewöhnlich:gleichwohl findet man den Gebrauch davon in einigen Ge-genden eingeführet; und ohne daß man hier des Opfers derIphigenia erwähnet, welches wenigstens beweisen würde,daß dergleichen zuweilen in der heroischen Zeit gehaltenworden: so kann man auf das Wort des Theophrastus c)

Q 5 ver-

§) XXVIII. 2.

--) lüde. XXII. L. 57.

«s) ?//». XXX. 14.e) äs ^l>k. II.