Band 
Neunter Theil.
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Z22 xxi. Valois, Erklärung

leicht noch Alexanders Ruhm zu erreichen, daftrn Ami-nous mit dem Häpyestion einerley Schicksal hatte. Demsey, wie ihm wolle: Hadrian war ein Kaiser, und kanntetue Griechen; er wußte, zu was für Ausschweifungen einVolk geschickt war, das durch die Gewohnheit seinen Be-herrschern zu schmäucheln, und sie zuweilen schon gar bey ih-rem leben anzubethen, niederträchtig geworden.

Das durch die Thränen des Kaisers geheiligte Grab-maal des Lieblings, ward also den Griechen zu einem Altare.Der Grient sah, wie die Zahl seiner Götter durch die Ver-götterung des Anrinous anwuchs. Alexandrien, Tdar-sstrs, Hicrapolis, Sardes, und verschiedene andere Städ-te, stritten sich um die schimpfliche Ehre, diesen gottlosenGötzendienst mit der größten Pracht und Herrlichkeit anzu-nehmen. Man trieb die Schmaucheley gar so weit, daßman auch am Himmel ein neues Gestirn, als ein Zeichender neuen Gottheit encdeckete.

Endlich gaben ihm die Städte den Namen der vor-nchmsten Gegenstände ihres Gottesdienstes. In Aegy-pren war er Apis; in Lbarsus, Apollo; in Eukar-pia, Mercur. Ein seltsamer Misbrauch, der die Ver-nunft selbst in Erstaunen setzen sollte, wenn sie nicht denGrund davon in der Natur des Heidenthumes selbst, undderen Vertheidigung so zu reden, in der Geschichte der Göt-ter fände. Die Anberher solcher Götter, die selbst mitSchandthaten beflecket waren, konnten wohl, sonder Scheu,sie zu beleidigen, dem Lieblinge Hadrians ihre Namenbeylegen»

UebrigenS findet man auf den lateinischen Münzenkeine Spur dieses Götzendienstes; das ist ein Zeichen, daßer sich nicht bis nach L^om erstrecket hac, und durch keinenRathschluß bestätiget worden ist.