von einem besondern Diptychon. 4Z7
und hiervon konnte der Character der Zl'errathe entscheiden.Herr Bon urtheilet, daß deren Geschmack den Zierrathender L/r'me - zu Paris vollkommen ähnlich sey, vonwelchen man weis, daß sie ein Meisterstück der Bildhauer-kunst, und gothischen Baukunst sind.
Der heil. Ludwig ließ diese heilige Capelke imi247ften Jahre durch den Momereau, den geschicktestenBaumeister damaliger Zeit aufführen. Hieraus nunschließt Herr Bon, daß dieses Diptychon aus den Zeitendieses heiligen Königes sey: und da er ferner muthmaßek,daß derselbe der Margarethe; von Provence, Gemahlinndieses Prinzen, zugehöret haben mag, die ihn auf seinemersten Kreuzzuge begleitet hat; so steht er gar nicht an,es als eine Frucht der Andacht dieser Königinn, gegen dieheil. Margarerha, ihre Schutzheilige, anzusehen.
In der That ist es gewiß, daß sie sich auf dieser Rei-se einige Zeit zu Anriochien, dem Geburtsorte und Be-gräbnisse der heil. Margarerha aufgehalten. Der Got-tesdienst dieser Heiligen war zur Zeit der ersten Kreuzzügsdaselbst berühmt; und verschiedene Kreuzritter hatten Re-liquien von ihr nach Europa, insonderheit aber nachFrankreich gebracht: allwo man deren noch verschiedene inKirchen zeiget, z. E. zu (Umsttr - üb/ - , zu
Mvttt in LeEar/e, und in der Cathedralkirche zu Troyes.Margarerha von Provence, ermangelte ihrer seiks auchnicht dergleichen mitzubringen, und gab sie in das Non-nenkloster der heil. Clara zu Paris, welches sie selbst ge-stiftet hatte; wohin sie sich in ihrem Wiktwenstande in dieEinsamkeit begab, und in welchem ihre dritte
Tochter, sich nach dem Tode ihres Gemahls Ferdinands,eines Sohnes Alphonsus des X. Königs von Castilieneinkleiden ließ. Man kann mit Grunde muthmaßen, daß
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