Band 
Eilfter Theil.
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84 Erinnerungen und Zusätze

können, als ein Privatmann zu Rom? Leben w«r heutzutagenicht in größerer Freyheit, als die Römer ? Haben wir nichtmehr Mittel in Händen, die Wahrheit, wenn sie an einemOrte ersticket wird, an einem andern durch den Druck zu be-leben und auszubreiten? Wie heißt das alre Volk, dessenGeschichte es der neuern an Menge, an Mannichfaltigkeit,.an Größe, Glanz und Wichtigkeit der Begebenheiten gleichthäte? Die Geschichte ist wie ein Strom, der desto weiterum sich greift, je naher er der Mündung kömmt. Kurz,ich dächte die Verfechter der Alten und Neuen hüben miteinander zugleich auf, und ließen die Krümme in die Beugekommen.

Auf der 45 Seite. Ich kann diese Streitfrage ohneErinnerung nicht Vorbeygehen. Der p. von Montfauconhat das Zeugniß der meisten Handschriften vom Herodo-rus vor sich. Und das will freylich viel sagen. Doch istder Gebrauch der griechischen Sprache wider ihn. Und dasist eine unüberwindliche Schwierigkeit. Es ist die Fragenicht, ob ein gut griechisch Wort sey. Es

ist es allerdings, und daran wird niemand zweifeln. DemSinne nach möchte es sich auch ganz gut zur gegenwärtigenStelle schicken. Es bedeutet etwas, das sich nicht betastenoder angreifen läßt. Aber der Gebrauch leidet es nicht,daß man «x«7'otch«os'er' saget, wenn man ein wildes, scheuesTbier, das vor den Menschen läuft, andeuten will. Keineinziger griechischer Schriftsteller hat es in dem Verständegebrauchet, sondern man saget dafür

Ich mache mir also nicht das geringste Bedenken, desHerrn Dorvillens glückliche Muthmaßungzu billigen. Er hak sie in seinen Anmerkungen zum Lha-rsto auf der 241 S. vorgetragen. Nimmt man sie an, sokömmt ein sehr bequemer Verstand heraus, nach welchemHerodor saget, daß es in Libyen viel Thiere geben soll, vondenen sich viel Mährchen erzählen lassen, oder denen vieluachgelogen würde. Nichts ist gemeiner m griechischen