zu den zehen Banden der Geschichte. 9Z
als vielmehr ein collegium rberoricum mit einer besoldetencacbeclrsi prosslloria errichtet ward. Erst in dem dritten Jahr-hunderte sieng man an, llrokelioros eioguenriT in den vor-nehmsten Städten des römischen Gebiethes zu bestellen. Daseinzige Alexandrien kann sich rühmen, eine Akademie vonder Verfassung gehabt zu haben, als derjenigen ihre ist, de-ren Geschichte mir Anlaß zu gegenwärtigem Aufsähe gegebenhat. Die meisten Studierenden bey den Alten trieben dieWissenschaften nur als ein Nebenwerk, indem ihr Gewerbihre meiste Sorgfalt auf sich zog. Schlächtern, oder höch-stens Rathsherren, waren ihre Priester ähnlicher, als Gelehr-ten. Sie hatten weniger Ursache und Reizung sich in ge-lehrte Beschäffcigungen einzulassen, als unsere Geistlichen.
Wie mancher geschickter Kopf muß nicht heutzutagedahinten und im Dunkeln bleiben, weil er so glücklich nicht ist,einen dienstwilligen Verleger zu finden, der seinen Gaben un-ter die Leute hilft. Da hingegen die, wie das Glück, blindePresse, einen andern elenden Schmierer bald in den Ordender Schriftsteller versehet, und ihn damit berechtiget, auf denNamen eines Gelehrten Anspruch zu machen. Um wie vielöfter muß sich nicht diese Schwierigkeit ehedem eräugethaben ? Um wie viel schwerer muß es nicht sonst einem dürf-tigen Gelehrten geworden seyn, seinen Wih, Fleiß und Na-men auszubreiten, da das Schreiberohr der Abschreiber alleinnoch vermochte, Schriftsteller bekannt zu machen? Welcheiir mühsamer und kostbarer Weg! Unendlich mühsamer,langsamer und kostbarer, und bey dem allen bey weitem sowirksam und so weitreichend nicht, als unsere Pressen.
Nichts destowem'ger ist ehedem viel geschrieben wor-den, erstaunend viel! Aber dagegen ist auch viel, ja das mei-ste davon, verlohren gegangen. Wäre uns doch nur wenig-sicitS das Beste und Vornehmste übrig geblieben! Aber soist alles, was wir vom gelehrten Alterthume besitzen, dasGeschenk eines ungefähren Zufalles. Keine kluge Wahlhat es unö ausgesuchet und überantwortet. Selbst von de-nen Schriftstellern, die das Glück gehabt haben, den Gefähr-
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