Band 
Eilfter Theil.
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-54 Erinnerungen und Zusätze

Universitäten so viel zu lernen, daß er nicht viel Zeit überleyhaben kann, an überflüssige Studia zu denken. Kann er jaseiner Philosophie, seinem 1'ketico, seinem?olemicc>, et-was Zeit abmüßigen: so thut er besser, er wendet es aufden Cicero und Demosthenes, und auf die bilioriamuniversalem und eccletigilicam, als auf das alberne Buch,den Alkoran. Kömmt einer ins Amt, ist er wegen seinesAuskommens gesichert, hat er Muße, kann er sich arabischeBücher anschaffen, hat er einen starken Trieb zu dieserSprache, so kann er die Grammatik in Vierzehen Tagen für sichlernen. In so vieler Zeit habe ich sie aus dem Lackemacherohne die geringste Anweisung gelernet. Und ich bin dochein Mensch wie andere Menschen. Es wird mirs ja alsowohl ein jeder vernünftiger Mensch nachlhun können.

Ueberhaupt müssen nur wenig Leute arabisch lernen;aber die es lernen, die müssen es rechtschaffen lernen: nichtzu einer akademischen Gaukeley, sondern zu einem wirk-lichen Gebrauche, damit sie ihre gemachten Entdeckungenden übrigen Gelehrten vorlegen, und von diesen ein jedersich daraus nehme, was er brauchet, und in seinen Kramdienet. Daß Vorsteher von Akademien dergleichen Leute,die keine Brodstuvia treiben, nicht Hunger leiden lastenmüssen, das versteht sich von sich. selbsten.

Ich habe nunmehr mein Herz ausgeschüttet, und meineGedanken entdecket, in wie weit man das Arabische aufUniversitäten treiben solle. Wer nun in Zukunft zu mirkommen und arabisch bey mir lernen will, den will ich mitso gallensüchtigen Vorstellungen nicht mehr irre machen.Eine Sprache soll nun nicht mehr von mir erschallen, dieman aus dem Munde eines akademischen Lehrers widerseine eigeneKunstnichc leicht erwartet. Mancher wird meinSchmälen für Eifersucht, und misvergnügte Rachgier ge-g n andere ansehen, die mehr Ehre und Vortheile von ihrenarabischen eollcgu« haben, als ich. Eines andern Gedan-ken stehen nicht in meiner Gewalt. Ich will meinen ara-bischen Lebenstauf erzählen. Man wird sich einbilden, ich